Sicher unterwegs bei Eis und Schnee
Archivmeldung Austrian Standards
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„Stellenweise ist mit Schnee und Eis auf den Fahrbahnen zu rechnen“. Diese und ähnliche Meldungen im Verkehrsfunk werden uns ebenso wie Räumfahrzeuge und Streuwägen, auch im heurigen Winter begleiten. Um Verkehrssicherheit auch unter widrigsten Bedingungen gewährleisten zu können, sind komplexe Straßen- und Wetterinformations-Systeme für Planung und Vorhersage im Einsatz. Die ÖNORM EN 15518 sorgt dabei für zuverlässige Daten.
Wien (AS prm, 2011-08-12)
Straßen- und Wetterinformationssysteme (SWIS) dienen den Straßenbetriebsdiensten als Entscheidungshilfe. Um europäische Einheitlichkeit in Bezug auf die Beurteilung des Straßenzustands gewährleisten zu können, legt die im April 2011 neu erschienene ÖNORM EN 15518 in drei Teilen die Grundlagen für die Datengewinnung von Fahrbahn- und Umweltbedingungen sowie verkehrsrelevanter Vorhersagen fest. Neben dem Wetterdienst sind die gewonnenen Informationen auch für das Verkehrsmanagement, die Information der Verkehrsteilnehmer oder bei der Erstellung von Datenmodellen hilfreich.
Straßenwetterstationen analysieren die umweltbezogenen Daten zur Atmosphäre, wie Lufttemperatur, Niederschlagsmenge und -art, Sichtweite, Taupunkt, Luftfeuchtigkeit oder Windgeschwindigkeiten. Der Fahrbahnzustand wird über Sensoren ermittelt und gibt Aufschluss über Fahrbahnoberflächentemperatur, Fahrbahnzustand oder den Gefrierpunkt auf der Fahrbahn. Mobile und tragbare Datenerfassungsanlagen ergänzen die Informationen ebenso wie punktuell installierte Überwachungskameras auf den Straßen.
Meteorologische Dienstanbieter zur Wettervorhersage und Daten zum Verkehrsaufkommen werden gemeinsam mit den sensorisch erfassten Werten in unterschiedlichsten Modellen für den jeweiligen Endnutzer ausgewertet und übermittelt. Nicht nur Einsatzzentralen für den Wetterdienst, auch Verkehrsinformationssysteme, wie Wechselverkehrszeichen für Geschwindigkeitsbeschränkungen oder diverse Verkehrswarnsysteme, nutzen diese Informationen.
Maßgebend für die Genauigkeit der Vorhersagen und somit auch die Planung von Maßnahmen sind der Vorhersagezeitraum und die geographische Genauigkeit. Je größer der erfasste Raum, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit einer zutreffenden Prognose. Im dritten Teil der Norm werden die Parameter und die Anforderungen mit Messbereichen, Auflösungen und Fehlergrenzen tabellarisch erfasst. „Durch eine gemeinsame Sprache wird eine Grundlage für die Vergleichbarkeit der Informationen geschaffen. Nicht zuletzt ist dies auch bei Haftungsfragen in diesem Bereich von großer Bedeutung“, meint Dipl.-Ing. Josef Winkler, zuständiger Komitee-Manager bei Austrian Standards Institute.
Gezielter Einsatz von Material, Mensch und Maschine
Durch gezielte Datenermittlung, Auswertung und der damit verbundenen Möglichkeit der Vorhersage stehen nicht nur sicherheitsrelevante Aspekte im Vordergrund. Der gezielte Einsatz von Material, Mensch und Maschine im Bereich des Winterdienstes ermöglicht Städten und Gemeinden erhebliche Einsparungen – bei gleichbleibenden Sicherheitsstandards auf den Straßen. „Der Winterdienst ist in Österreich in den Landesgesetzen verankert. Es wäre wünschenswert, wenn die noch recht junge ÖNORM EN 15518 in den zukünftigen Novellierungen der Verordnungen ihren Niederschlag findet“, so Dipl.- Ing. Winkler.
Beträchtliche Einsparungen für Straßenbetriebsdienstleister sind auch durch die Mehrfachnutzung von Fahrzeugen mit unterschiedlichsten Anbaugeräten zu erzielen. So wird aus einem Fahrzeug, das im Winter als Schneepflug und Streugerät dient, im Sommer eine Mähmaschine. Die ÖNORM EN 15430 definiert die notwendigen Kommunikationsstandards zwischen dem Bord-Computer im Fahrzeug und dem Geräteschaltkasten der Anbaugeräte und gewährleistet so leichte Bedienbarkeit.
Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, aber natürlich auch des Personals, das beim Winterdienst zum Einsatz kommt, ebenso Wartung und Beladung gewährleisten die Standards, die in der ÖNORM EN 13021 „Maschinen für den Winterdienst – Sicherheitsanforderungen“ zusammengefasst sind.
Meteorologisch gesehen ist am 21. Dezember Winterbeginn. Das Wetter wird sich allerdings vermutlich nicht an diesem Datum orientieren. Wer gut geplant und vorgesorgt hat, wird von vorwinterlichen Schneefällen nicht überrascht werden. Verschiedenste ÖNORMEN schaffen nicht nur Grundlagen für die Vergleichbarkeit, sie erhöhen auch die Wirtschaftlichkeit von Betrieben und Gemeinden und deren Wettbewerbsfähigkeit. Und sorgen nicht zuletzt für Verkehrssicherheit auf Österreichs Straßen – trotz Eis und Schnee.
Bibliographie
ÖNORM EN 15518 Winterdienstausrüstung – Straßenzustands- und Wetterinformationssysteme
Teil 1: Allgemeine Definition und Komponenten
Teil 2: Straßenwetter – Empfohlene Beobachtung und Vorhersage
Teil 3: Anforderungen an gemessene Werte der stationären Anlagen
ÖNORM EN 13021 Maschinen für den Winterdienst – Sicherheitsanforderungen
ÖNORM EN 15430-1 Winterdienst- und Straßenbetriebsdienstausstattung; Teil 1: Datenerfassung und -übertragung

