Bahn: Damit das Rad rund läuft

Archivmeldung Austrian Standards
Bitte beachten Sie, dass Normen, Inhalte oder Links möglicherweise nicht mehr aktuell sind. Im Zweifelsfall oder bei Fragen wenden Sie sich an die Pressestelle.

Die ÖNORM EN 13260 legt Eigenschaften für Radsätze fest.

Wien (AS prm, 2011-02-21)

Die EU arbeitet eifrig daran, die europäischen Bahnstrecken besser miteinander zu vernetzen und so dieses öffentliche Verkehrssystem schneller, sicherer und attraktiver zu machen. 

ÖBB Zug
Credit: ASI prm

Da das rollende Bahnmaterial möglichst viel im Einsatz stehen soll und dabei gewaltige Kilometerleistungen erbringt, ist eine strenge Prüfung der Radsätze und Drehgestelle eine zentrale Voraussetzung für die Sicherheit und Verfügbarkeit.

So stand ja einer der folgenschwersten Unfälle eines Hochgeschwindigkeitszugs der deutschen Bahngeschichte im Jahr 1998 im Zusammenhang mit den Rädern.

Die ÖNORM EN 13260 legt die Eigenschaften für neue Radsätze fest, die im europäischen Schienennetz eingesetzt werden. Sie gilt für Radsätze, die aus Teilen bestehen, die in EN 13262 für Räder und EN 13261 für Radsatzwellen definiert werden.

Die normativen Dokumente (UIC-Merkblätter, nationale Normen), die bisher in Europa für die Lieferung von Radsätzen verwendet wurden, hatten vorrangig eine vollständige Beschreibung der Abnahmeverfahren sowie der Eigenschaften der Radsätze, die zu prüfen waren, zum Ziel.

Es wurden zwar einige Gesichtspunkte zur Produktqualifizierung berücksichtigt, jedoch keine Angaben zu den Verfahren der Produktqualifizierung und den bei der Qualifizierung zu prüfenden Produkteigenschaften gemacht.

Die vorliegende Norm befasst sich daher nun mit der Definition aller Eigenschaften eines Radsatzes, der Qualifikationsverfahren sowie der Lieferbedingungen basierend auf Qualitätssicherungskonzepten.

Die Komponenten eines Radsatzes können auf die Radsatzwelle aufgeschrumpft oder aufgepresst werden, wofür die Norm genaue Vorgaben definiert. In einem eigenen Punkt fordert die Norm die Erstellung eines Qualitätsplans, der vom Hersteller (Lieferanten) zu erstellen und vom Kunden zu genehmigen ist.

Dieser Qualitätsplan muss Bezug zum Qualitätshandbuch haben und produktspezifische Elemente aufweisen. Der mit dem Angebot zu erstellende Plan dient dazu, die vom Hersteller (Lieferanten) ergriffenen Vorkehrungen im Hinblick auf die permanente Erzielung und Erhaltung der Qualität des betreffenden Produkts zu beschreiben.


Bibliographie

ÖNORM EN 13260 Bahnanwendungen - Radsätze und Drehgestelle - Radsätze
ÖNORM EN 13261 ... Radsatzwellen – Produktanforderungen
ÖNORM EN 13262
... Räder – Produktanforderungen