Europas kulturelle Vielfalt im Kino
Archivmeldung des Austrian Standards Institute
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Eine neue Europäische Norm definiert Metadaten für eine einheitliche Aufnahme von Filmen in Datenbanken.
Wien (AS prm, 2009-05-20)
Kinematographische Werke sind ein wesentlicher Bestandteil des Europäischen Kulturerbes. Sie haben weltweit maßgebliche Wirkung auf Kultur und Bildung und auch auf das Bild, das sich die Welt von Europa und seiner kulturellen Vielfalt macht.
Zahlreiche Kultureinrichtungen in allen europäischen Ländern haben den Auftrag, das Filmerbe zu erhalten und zugänglich zu machen: vom Erwerb kulturell bedeutsamer Werke, über die Erhaltung des Bestands und Speicherung auf zeitgemäßen Trägern, bis hin zu wissenschaftlicher Forschung, Filmvorführungen und Ausstellungen.
Schlüsselfrage Datenbank
Schlüssel zu all diesen Leistungen ist die Einrichtung und Pflege von Datenbanken, die Informationen über Filme enthalten. Ohne eine solche Dokumentation sind weder Bestandserhaltung noch Zugang möglich. Allerdings: Derzeit sind filmografische Datenbanken (noch) überaus unterschiedlich strukturiert und implementiert. Ein Umstand, der die Interoperabilität und Kompatibilität der Daten verhindert und den Austausch von Informationen erschwert.
Mit Hilfe der Europäischen Normung wurde nun Abhilfe geschaffen: Auf Basis eines Mandats der Europäischen Kommission vom März 2005 hat das zuständige Komitee CEN/TC 372 "Kinematographische Werke" einen einheitlichen Satz an Metadaten für Filme entwickelt.
Die mit 1. Mai 2009 als ÖNORM veröffentlichte EN 15744 definiert diese Metadaten, die künftig die Grundlage für einen Austausch zwischen Datenbanken und für die eindeutige filmographische Zuordnung sind. Sie beschreibt – ausgehend von internationalen Empfehlungen und Verfahren, wie sie auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen – insgesamt 15 Datenelemente, wie Titel, Serie, Besetzung, Ursprungsland, Original-Format, Sprache oder Gattung.
Vorteile für alle Cineasten
Profitieren werden von dieser Europäischen Norm – so ist man im zuständigen Komitee überzeugt – in erster Linie Filmarchive und -museen, Cinematheken und Kultureinrichtungen mit filmographischen Datenbanken. Sie haben damit leichteren Zugang zu einheitlichen Metadaten über Filmwerke, die in anderen Einrichtungen aufbewahrt werden. Forscher und Studenten wird es erleichtert, diese Informationen in größere Informationssysteme zu integrieren, und die Produzenten können damit ihre Metadaten selbst standardisiert definieren.
In Übereinstimmung mit der Empfehlung der Kommission vom 24. August 2006 zur Digitalisierung und Online-Zugänglichkeit kulturellen Materials und dessen digitaler Speicherung wird zudem erwartet, dass sich die Präsenz des europäischen Filmerbes im Internet erhöht und der Zugang für alle Bürger einfacher wird.
Praktische Implementierung
Die notwendigen Informationen für die praktische Implementierung der Metadaten werden in EN 15907 enthalten sein. Sie liegt bis 15. Juni 2009 als Entwurf zur Stellungnahme durch die Öffentlichkeit auf.
Bibliographie
ÖNORM EN 15744 Identifikation von Filmen – Mindestsatz von Metadaten für kinematographische Werke
Entwurf ÖNORM EN 15907 ... – Verbesserung der Interoperabilität von Metadaten – Elementensätze und Strukturen

