Kunsttransport: Sicher von einem Ort zum anderen

Archivmeldung des Austrian Standards Institute
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Experten aus zahlreichen Ländern entwickeln derzeit Europäische Normen, die schon bald neue Standards für Konservierung und Schutz von Kulturgut setzen. In Österreich wurde dazu 2008 bei Austrian Standards Institute das Komitee 255 "Konservierung von beweglichem und unbeweglichem Kulturgut" gegründet. Lesen Sie mehr

Der Transport von Kunstwerken ist ein besonders sensibler Bereich und erfordert Professionalität und höchste Qualifikation.

Wien (AS prm, 2009-09-04)

Hinter jeder erfolgreichen Ausstellung steht ein logistisches Netzwerk, das für eine reibungslose Anlieferung und einen sicheren Abtransport der Kunstwerke zurück zum Leihgeber sorgt. An die Speditionen, die damit betraut sind, werden deshalb besonders hohe Anforderungen gestellt, um einen sorgfältigen Umgang mit den Kunstschätzen sicherzustellen und Risiken zu minimieren.

Auf diesem Gebiet hat Österreich Pionierarbeit geleistet. Bereits 1999 wurde die erste Ausgabe der "Kunsttransport-Norm" ÖNORM D 1000 fertiggestellt, die – weltweit erstmals – Anforderungen an diese spezielle Dienstleistung festlegte.

Seit 1. Dezember 2006 liegt sie in einer aktualisierten Fassung vor und liefert die Richtlinien für die Durchführung von Kunsttransporten auf höchstem Niveau, aber auch für die Ausstattung von Fahrzeugen, Lagerhallen und die Qualifikation des Personals.

Führende österreichische Kunstspediteure sind übrigens von Austrian Standards plus Certification nach dieser Norm zertifiziert.

Nicht nur der Transport, auch die Verpackung von Kunstgegenständen hat ihre Normen. Neben den informellen Empfehlungen der ÖNORM D 1000 für Transportkisten für Gemälde wird künftig ÖNORM EN 15946 Verpackungsverfahren regeln.

Ein wichtiger Bereich dieser Norm ist die gemeinsame Terminologie, denn der große Bereich von Fachkenntnissen, Fähigkeiten und Zuständigkeiten derer, die am Verpackungsprozess beteiligt sind, erfordert einheitliche Begriffe – ganz besonders beim grenzüberschreitenden Kunsttransport.

Wichtigstes Kriterium bei der Auswahl der Verpackung ist der bestmögliche Schutz für den Gegenstand. Entsprechend wurde eine Liste mit möglichen Risiken und den jeweils am besten geeigneten Verpackungsmethoden erstellt.

Ein besonderer Schwerpunkt dieser Norm sind die Handschuhe, die das Verpackungspersonal während der Arbeit tragen muss. Sie dürfen keine Chlorverbindungen, wie Polychloropren, enthalten und sollten nur einmal verwendet werden, damit nicht Rückstände von Waschmitteln Kunstschätze gefährden.


Bibliographie

ÖNORM D 1000 Transportdienstleistungen – Anforderungen an Kunsttransporte
ÖNORM EN 15946 Erhaltung des kulturellen Erbes – Verpackungsverfahren (Entwurf)