Es grünt so grün am Dach

Wie der Traum vom eigenen Dachgarten Wirklichkeit werden kann, steht in der neuen ÖNORM L 1131.

Wien (AS prm, 2010-06-15)

Ein Traum, dem viele Großstädter zumindest gelegentlich nachhängen: Laue Sommerabende im eigenen „Garten“ und das mitten in der Stadt; unten hektisches Treiben und oben entspannendes, kühlendes Grün mit üppig blühenden Pflanzen.

Dachgarten
Credit: Angela Batik - Agentur Projektblatt

Unrealistisch? Nicht unbedingt.

Denn genau genommen gibt es gerade in Ballungsräumen viele Möglichkeiten, einen solchen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Zahlreiche Flachdächer stehen zur Verfügung, die sich – zugegeben mit etwas Aufwand und der Hilfe von Experten – in eine kleine Grünoase mitten in der Stadt verwandeln lassen.

Genaue Planung und fachgerechte Ausführung sind natürlich wichtige Voraussetzungen. Was dabei alles zu beachten und zu befolgen ist, steht jetzt kompakt zusammengefasst in der neuen ÖNORM L 1131, die mit 1. Juni 2010 erschienen ist.

Planer und Ausführende – natürlich auch künftige Dachgartenbesitzer – haben damit ein praktisches Planungswerkzeug zur Hand. Damit keine Fehler passieren, die dann teure Reparaturen und Sanierungsarbeiten nach sich ziehen könnten.

Rosen
Credit: ASI prm

Gut fürs Mikroklima

Die neue ÖNORM L 1131 ersetzt die bisher gültige ON-Regel 121131, in der erstmals Planungs- und Ausführungs-Grundlagen für Gründächer festgelegt wurden und die sich in den vergangenen Jahren überaus erfolgreich bewährt hat, wie dazu Dipl.-Ing. Josef Winkler, zuständiger Komitee-Manager bei Austrian Standards Institute, berichtet. Er hat die Entwicklung der ON-Regel und der jetzt neuen ÖNORM organisatorisch begleitet.

„Gründächer“ – so betont er – „bieten nicht nur Erholungsraum für ihre Besitzer, sie sind auch ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas in einem urbanen Umfeld.“

Denn ein Gründach bindet und absorbiert eine beträchtliche Menge an Luftschadstoffen, wie z.B. Feinstaub, verhindert zu rasches Abfließen von Regenwasser in die Kanalisation und verbessert den Temperaturausgleich in den darunter liegenden Wohnungen oder Büros.

Im Wesentlichen unterscheidet die Norm zwischen „extensiver“ und „intensiver“ Begrünung:

Extensiv begrünte Dächer sind naturnahe Vegetationsflächen, die sich weitgehend selbst erhalten bzw. weiterentwickeln. Intensiv begrünte Dächer umfassen Pflanzungen von Stauden und Gehölzen bis hin zu Rasen und Bäumen. Der Aufwand für Pflege und Bewässerung ist dabei höher.

Dachgarten
Credit: Angela Batik - Agentur Projektblatt

Weiters behandelt die Norm u.a.

  • bautechnische Erfordernisse,
  • Anforderungen an Vegetationsflächen,
  • Drän-, Filter- und Vegetationsschichten,
  • Saatgut und Pflanzen,
  • Pflege und Erhaltung,
  • Sicherungsmaßnahmen,
  • die Ermittlung der Standortqualität für die Vegetation
  • sowie Anforderungen an Bodengemische und Entwässerung.

Winkler: „Man sieht, hier sind unterschiedlichste Aspekte zu beachten, weshalb man unbedingt Fachleute zu Rate ziehen sollte.“


Bibliographie

ÖNORM L 1131 Gartengestaltung und Landschaftsbau – Begrünung auf Bauwerken – Anforderungen an Planung, Ausführung und Erhaltung