Was die Schultafel alles können muss

Worauf bei der Neuausstattung von Schulklassen mit Tafeln zu achten ist, regelt die Neuausgabe der ÖNORM EN 14434.

Moderne Medien und Präsentationstechniken sind in Schulklassen selbstverständlich. Computer, Videobeamer etc. haben längst Einzug gehalten. Die klassische Schultafel hat aber deswegen noch lange nicht ausgedient.

Schulerhalter stehen daher oft vor der Frage, welche Art von Schultafel soll angeschafft werden? Was muss sie können? Wie steht es um die Sicherheit?

Fragen, die sich gerade vor oder während der Sommerferien stellen. Denn Juli und August sind die bevorzugten Monate für Renovierungsarbeiten, die oft Hand in Hand mit der Neuausstattung von Klassen gehen.

Anforderungen – vor allem in sicherheitstechnischer Hinsicht – regeln zwei ÖNORMEN.

Zum einen die Europäische EN 14434, die seit 15. Mai 2010 in einer aktualisierten Neuausgabe vorliegt, zum anderen die (nationale) A 2110, die wichtige ergänzende Bestimmungen enthält.

Wesentliches Ziel beider Dokumente: Unfälle oder Verletzungen zu vermeiden und das auch, wie es in der Norm heißt, „bei nicht-bestimmungsgemäßer Benutzung“ – was im Schulalltag durchaus vorhersehbar ist.

  • Entscheidendes Kriterium für die Sicherheit ist in erster Linie die Standfestigkeit der Tafel – ob nun fix an der Wand montiert oder ob beweglich auf Rollen.

  • Ebenso müssen Gefährdungen durch Einklemmen oder Quetschen vermieden werden.

  • Dazu sind entsprechende Sicherheitsabstände einzuhalten, die bei beweglichen Teilen an jeder Stelle weniger als 8 mm oder aber mehr als 25 mm betragen müssen.

  • Zum Boden hin ist ein Mindestabstand von mindestens 120 mm vorgesehen, um Fußverletzungen zu vermeiden.

  • Außerdem müssen Rohre an den offenen Enden mit Schutzkappen versehen, Kanten und Ecken abgerundet sein.

  • Und besonders wichtig: Kein Teil darf sich ohne Werkzeug entfernen oder lösen lassen.

  • Bei ortsbeweglichen Tafeln muss mindestens die Hälfte der Rollen feststellbar sein.
Tafel
Credit: ASI prm

Wichtig: die richtige Montage

Entscheidend ist jedenfalls die fachgerechte Befestigung der Tafeln an der Wand – eines der zentralen Themen der ÖNORM A 2110. Dabei sind die Anweisungen des Herstellers genau zu beachten und nur zugelassene Dübelsysteme mit CE-Kennzeichnung zu verwenden.

Keinesfalls dürfen Tafeln auf Gipskartonwände montiert werden, wenn keine ausreichend stabile Unterkonstruktion vorhanden ist, die die Lasten aufnehmen kann.

Außerdem ist – sollte sich einmal ein Kind an eine Flügeltafel mit dem ganzen Körpergewicht anhängen (die Norm spricht von „Hangeln am geöffneten Tafelflügel“), eine zusätzliche Belastbarkeit von 1 kN (entspricht einer Last von 100 kg) vorzusehen.

Geregelt sind außerdem die Beschreibbarkeit und die Reinigung der Tafeln, ob klassische Kreide- oder Weißwandtafeln) und die unterschiedlichen Arten der Lineatur von Karo über Linien bis zur Spezialausführung für den Musik- oder Stenographie-Unterricht.

Hinweise für die Beschaffung

Besonders wichtig für den Schulerhalter sind die Hinweise für die Beschaffung. Unbedingt angeben sollte man bei Ausschreibung und Bestellung: Tafeltyp, Konstruktionsform, Farbe und Lineatur.

Zusätzlich sind Angaben über die räumlichen Abmessungen (Raumbreite und -höhe) und Einrichtungen an der Tafelwand (z. B. Waschbecken) zu geben.

So kann man sicher gehen, die für den jeweiligen Unterrichtszweck beste Ausstattung zu bekommen und die einlangenden Angebote besser vergleichen zu können.


Bibliographie

ÖNORM EN 14434 Wandtafeln für Bildungseinrichtungen – Ergonomische, technische und sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren

ÖNORM A 2120 Schultafeln – Begriffe, Eigenschaften und Befestigungen – Ergänzende Bestimmungen zu ÖNORM EN 14434