Gut geplant und richtig montiert!
Archivmeldung Austrian Standards
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Neue ÖNORM regelt Planung und Montage von Solarkollektoren und Photovoltaikmodulen.
Wien (AS prm, 2011-08-16)
Um der Klimaerwärmung entgegenzuwirken und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdgas und Erdöl zu verringern, ist eine Änderung der Energieversorgung unumgänglich. Nach einer Richtlinie der Europäischen Union soll der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch in Österreich von derzeit rund 30 Prozent bis 2020 auf 34 Prozent gesteigert werden.
Österreich zählt schon heute zu den führenden Solarnationen der Welt. Gewertet nach der Solarfläche pro Einwohner liegt Österreich an vierter Stelle hinter Zypern, Israel und Barbados. Gegenwärtig sind im Lande etwa 4,5 Millionen Quadratmeter Sonnenkollektoren in Betrieb, mit denen sich die Besitzer derartiger Anlagen für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung jährlich rund 150 Millionen Euro an Energiekosten sparen. Und auch die Photovoltaik, die Stromgewinnung aus Sonnenlicht, wächst mit fortschreitender technologischer Entwicklung immer mehr.
Vor diesem Hintergrund und motiviert durch verschiedene Fördermodelle, nimmt der Wunsch nach effizienter und nachhaltiger Energieversorgung zu. Immer mehr Unternehmen und private Haushalte entscheiden sich für die Nutzung von Sonnenkollektoren und Photovoltaik. Für Sicherheit bei Planung und Montage derartiger Anlagen sorgt die vor Kurzem erschienene ÖNORM M 7778.
Wind und Wetter ausgesetzt
Thermische Solarkollektoren und Photovoltaikmodule sind aufgrund ihrer exponierten Lage unterschiedlichsten witterungsbedingten Einflüssen ausgesetzt. Damit die Anlagen und ihre Befestigungselemente Wind, Regen und Schnee erfolgreich trotzen können, ist eine sorgfältige Planung und Montage notwendig. Diesen Bereichen widmet sich die ÖNORM M 7778 „Montageplanung und Montage von thermischen Solarkollektoren und Photovoltaikmodulen“.
Je nach Dach und Anlage sind unterschiedliche Ausführungen möglich, die in der Norm beschrieben werden. Je nachdem, ob die Kollektoren und Module frei, geklebt, im Dach, auf dem Dach, auf der Fassade oder „aufgeständert“ auf dem Dach montiert werden, sind die einwirkenden Kräfte unterschiedlich. Für die unterschiedlichen Arten der Montage enthält die Norm charakteristische Richtwerte für zeitweilige Einwirkungen durch Wind und Schnee.
Gut befestigt, gut bedacht
Da Solarkollektoren und Photovoltaikmodule meist auf Hausdächern montiert werden, enthält das neue Regelwerk auch für die heiklen Punkte Dachdeckung, Dachabdichtung sowie Tragkonstruktion und Befestigungsmaterial Anleitungen für Planung und Ausführung. Dem wichtigen Thema Befestigung ist ein eigener Anhang gewidmet. Die Hinweise zu den erforderlichen Prüfungen und die angeschlossenen Empfehlungen beschreiben die erforderliche Funktionsfähigkeit und Belastbarkeit der Befestigungsmittel.
Zukunftsmarkt Solarenergie
Wie wichtig verbindliche Regelungen für die Planung und Montage von Anlagen, die erneuerbare Energien nutzen, sind, mag ein abschließender Blick auf die ökonomischen Daten der Zukunftsbranche Solarenergie verdeutlichen. Denn der Einsatz erneuerbarer Energien geht auch mit volkswirtschaftlichen Vorteilen einher. Die heimische Solarwärme- und die Photovoltaikbranche sichert langfristig rund 8.000 Vollzeitarbeitsplätze und erwirtschaftet einen Umsatz von 600 Millionen Euro. Normen helfen dabei, die hohe Qualität der Produkte zu halten und die Planung und Anwendung sicher und wirtschaftlich zu machen.
Oder, wie es Dipl.-Ing. Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar, dem Verband der Anbieter thermischer Solaranlagen in Österreich, zusammenfasst: „Unser Ziel ist es, den Solarmarkt in Österreich zu stärken. Dabei sind Normen für uns sehr wichtig. Denn sie sorgen dafür, dass unsere Technologien und Produkte höchste Qualität aufweisen und sicher eingesetzt werden können.“
Bibliographie
ÖNORM M 7778 Montageplanung und Montage von thermischen Solarkollektoren und Photovoltaikmodulen

