Energiesparen mit System

Archivmeldung des Austrian Standards Institute
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Die neue ÖNORM EN 16001 liefert einheitliche Grundlagen für ein Managementsystem, damit Unternehmen ihre Energieeffizienz systematisch verbessern können.

Wien (AS prm, 2009-10-06)

Energiesparen ist heute ein zentrales Thema. Zum einen geht es um die Senkung von Kosten, zum anderen um eine nachhaltige Reduktion von Umweltbelastungen (z. B. CO2-Ausstoß). Um die verschiedenen Ansätze und Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz systematisch zusammenzufassen und zu koordinieren, wurden im Lauf der letzten Jahre verschiedene Managementsysteme für Energie entwickelt – etwa in den Niederlanden, in Dänemark, Schweden, Irland oder Deutschland.

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Credit: ASI prm

Nun liegt erstmals ein Dokument vor, das europaweit einheitliche Anforderungen an ein Energiemanagementsystem definiert: EN 16001, die mit 1. Juli 2009 als ÖNORM veröffentlicht wurde.

Aufbau von Systemen

Generelles Ziel dieser Norm ist es, Unternehmen und Organisationen beim Aufbau von Systemen und Prozessen zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz zu unterstützen, um so Kosten und Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Dazu beschreibt die Norm Anforderungen an ein Energiemanagementsystem, damit Organisationen Grundsätze und Ziele unter Berücksichtigung gesetzlicher Anforderungen und Informationen zu wesentlichen energetischen Aspekten entwickeln und umsetzen können. Grundsätzlich ist die Norm für alle Unternehmen und Organisationen anwendbar – unabhängig von Größe, geografischen, kulturellen und sozialen Rahmenbedingungen – und bezieht sich auf alle von einer Organisation beeinflussbaren Aktivitäten.

Der Detaillierungsgrad und die Komplexität des Energiemanagementsystems ebenso wie Umfang der Dokumentation und erforderliche Ressourcen hängen von verschiedenen Faktoren ab, z. B. Größe der Organisation, Anwendungsbereich des Systems, Art der Tätigkeiten und Produkte bzw. Dienstleistungen, die das Unternehmen anbietet.

Teil des Managementsystems

EN 16001 kann entweder eigenständig oder in Verbindung mit anderen Managementsystemen angewendet werden. Die Anforderungen dieser Norm können an die anderer Managementsysteme, wie z. B. Qualitäts- Umwelt-, Arbeitsschutz-, Finanz- oder Risikomanagement, angepasst oder in diese integriert werden. Um die Umsetzung zu erleichtern, ist die EN 16001 analog zu ISO 14001 (Umweltmanagement) strukturiert. Dazu wurde als Methodik der auch in ISO 14001 gebräuchliche „PDCA-Zyklus“ (Plan-Do-Check-Act: planen – einführen – überprüfen – verbessern) gewählt. Denn: Wesentliches Element ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess, der durch die Anwendung der EN 16001 initiiert wird und zu einer effizienteren Energienutzung führt.

Verpflichtung aller Ebenen

Der Erfolg des Systems hängt wesentlich davon ab, dass sich alle Ebenen und Funktionen einer Organisation, vor allem das Top-Managements, dazu bekennen und verpflichten. Damit ist es möglich, eine für die Organisation spezifische Energiepolitik zu entwickeln, Ziele und Prozesse zu definieren, die notwendigen Maßnahmen zur Leistungsverbesserung zu ergreifen und die Übereinstimmung des Systems mit den Anforderungen der Norm nachzuweisen. Die Darlegung einer erfolgreichen Umsetzung kann auch dazu genutzt werden, interessierte Kreise (Öffentlichkeit, Kunden etc.) von der Existenz eines adäquaten Energiemanagementsystems zu informieren.

Anforderungen und Anleitungen

Energiemanagement umfasst eine große Bandbreite von Themen, einschließlich solcher mit strategischen und wettbewerblichen Auswirkungen. EN 16001 enthält aber nur solche Anforderungen, die objektiv überprüft bzw. auditiert werden können. Absolute Anforderungen an die energetische Leistung sind nicht enthalten – ausgenommen relevante gesetzliche Bestimmungen und die in der Energiepolitik des Unternehmens festgelegte (Selbst-)Verpflichtung.

EN 16001 legt aber nicht nur Anforderungen fest, sondern bietet in einem (informativen) Anhang eine Reihe von praktischen Anleitungen, die die Umsetzung erleichtern sollen – von der (Erst-)Erfassung der Energiesituation über die Formulierung der Ziele (anspruchsvoll, realistisch und nachprüfbar) bis zur internen und – so gewünscht – ex-
ternen Kommunikation über die Umsetzung.

Europäische Richtlinie

Anstoß für die Entwicklung dieser Norm war unter anderem die EG-Richtlinie 2006/32/EC über „Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen“ (EEESD - energy end-use efficiency and energy services directive), die unter anderem ein Energieeinsparungsziel von neun Prozent bis zum Jahr 2016 vorsieht. Außerdem hat sich die Europäische Union das ehrgeizige Ziel gesetzt, EU-weit bis 2020 den Ausstoß an Treibhausgasen um 20 Prozent zu reduzieren und den Anteil an erneuerbaren Energieträgern auf 20 Prozent zu erhöhen.

Die konsequente und freiwillige Umsetzung der EN 16001 wird ein wichtiger Beitrag dazu sein.


Bibliographie

ÖNORM EN 16001 Energiemanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung
ÖNORM EN ISO 14001
Umweltmanagementsysteme – Anforderungen ...