Energiemanagement hilft sparen
[2011-12-15] Wie wertvolle und teure Energie in Unternehmen so effizient wie möglich genutzt werden kann, steht in der neuen ÖNORM EN ISO 50001, die ÖNORM EN 16001 ersetzt.
Archivmeldung des Austrian Standards Institute
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Steigende Preise, knapper werdende Rohstoffe, CO2-Problematik, Risiken bei der Stromerzeugung: Das Thema Energie ist derzeit besonders aktuell.
Wien (AS prm, 2011-07-05)
Energie-Managementsysteme in Unternehmen sollen dafür sorgen, dass wertvolle und teure Energie so effizient wie möglich genutzt wird. Seit 2009 sind in der Europäischen Norm ÖNORM EN 16001 die Anforderungen an Energie-Managementsysteme definiert. Generelles Ziel ist es, Organisationen und Unternehmen beim Aufbau von Systemen und Prozessen zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz zu unterstützen.
Ein systematisches Energiemanagement soll sowohl die Energiekosten als auch die Treibhausgasemissionen reduzieren. „Laut einer Ende 2010 abgeschlossenen Studie der Österreichischen Energieagentur (AEA) können heimische Unternehmen durch Einführung eines Energiemanagements gemäß EN 16001 bis zu 300 Mio. Euro einsparen. Für die Sektoren Sachgüterproduktion und Dienstleistung bedeutet das eine Reduktion des Energieverbrauchs um 4,3 %“, erläutert Mag. Petra Lackner von der AEA, die auch im zuständigen Komitee 093 „Energiewirtschaft“ bei Austrian Standards Institute mitarbeitet. Um eine breite Umsetzung von Energiemanagement zu fördern, sind in der „Energiestrategie Österreich“ entsprechende Anreizsysteme vorgesehen.
ISO 50001: Top-Management stärker gefordert
Seit Kurzem gibt es nun zum selben Thema auf internationaler Ebene die ISO 50001. Eine Übernahme in das österreichische Normenwerk als ÖNORM ISO 50001 steht derzeit zur Diskussion, wobei es durchaus möglich ist, dass künftig die ISO 50001 überhaupt die EN 16001 ersetzen wird.
Dazu der bei Austrian Standards Institute zuständige Komiteemanager Ing. Mehdi Moarefi: „Unser Komitee stimmt der Übernahme der ISO 50001 grundsätzlich zu. Es sollte dabei aber sichergestellt werden, dass Zertifizierungen nach EN 16001 anerkannt bleiben und Zertifikate nach EN 16001 direkt auf ISO 50001 ungeschrieben werden können.“
ISO 50001 verstärkt die Verantwortung der Unternehmensleitung. Schon in der ÖNORM EN 16001 ist klargestellt, dass der Erfolg des Systems von der Verpflichtung aller Ebenen und Funktionen einer Organisation, vor allem aber des Top-Managements, abhängt. Nun muss das Top-Management ein eigenes Energiemanagement-Team einsetzen. Die Mitglieder dieses Teams wiederum bestimmen im Unternehmen jene Personen, die die eingeleiteten Aktivitäten unterstützen.
Im Unterschied zur EN 16001 fordert ISO 50001 allerdings nicht, dass die Energiepolitik eines Unternehmens öffentlich zugänglich zu sein hat. Dieses soll jedenfalls dazu beitragen, den Einkauf energieeffizienter Produkte und Dienstleistungen zu unterstützen.
Verbindung mit anderen Managementsystemen gewährleistet
Schon bisher war ein wichtiger Punkt, um die Einführung eines Energie-Managementsystems zu vereinfachen, eine möglichst problemlose Verbindung zu bereits bestehenden Systemen.
„Die Verbindung zu vorhandenen Umwelt-Managementsystemen, wie EMAS oder ISO 14001, wird durch Übereinstimmungsdokumente wesentlich erleichtert“, unterstreicht Mag. Petra Lackner.
Die Anforderungen der Norm können darüber hinaus auch an andere Systeme, wie z. B. Qualitäts-, Arbeitsschutz-, Finanz- oder Risikomanagement, angepasst oder in diese integriert werden.
Plan - Do - Check - Act
Ein Energiemanagement-System berücksichtigt gesetzliche Anforderungen, die eine Organisation / ein Unternehmen erfüllen muss, sowie darüber hinausgehende Verpflichtungen, die sich eine Organisation im Rahmen ihrer Energiepolitik selbst auferlegt hat.
Damit ist das Unternehmen in der Lage, die einmal erreichte Energieeffizienz mit Hilfe eines systematischen Ansatzes kontinuierlich zu verbessern. Die dafür gewählte Methodik ist der in anderen Managementsystem-Normen, wie ISO 9001, bewährte PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act).
In der Phase der Planung werden zunächst die erforderlichen Ziele und Prozesse zur Erreichung der Ergebnisse in Übereinstimmung mit der Energiepolitik der Organisation definiert. Der zweite Schritt umfasst die Einführung der Prozesse. Daran schließt die Phase der Überprüfung an, die aus Überwachung, Messung und Dokumentation der Prozesse besteht. Der letzte Punkt des Zyklus ist der Verbesserung der Leistung des Energiemanagementsystems gewidmet. Ziel dieser Methodik ist es, das System laufend zu optimieren und an neue Rahmenbedingungen anzupassen.
Die ISO 50001 bietet also eine ausgezeichnete Grundlage zur Optimierung des Energieeinsatzes in Unternehmen und erzeugt so eine klare Win-Win-Situation für Unternehmen wie für die Umwelt.
Bibliographie
ÖNORM EN 16001 „Energiemanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“
ISO 50001 „Energy management systems – Requirements with guidance for use“

