Das Energie-Managementsystem ist Chefsache

Wie wertvolle und teure Energie in Unternehmen so effizient wie möglich genutzt werden kann, steht in der neuen ÖNORM EN ISO 50001, die ÖNORM EN 16001 ersetzt.

Wien (AS prm, 2011-12-15)

Steigende Preise, knapper werdende Rohstoffe, die CO2-Problematik, Risiken bei der Stromerzeugung – das Thema Energie ist ein Dauerbrenner. Bereits ab 2009 waren in der Europäischen Norm ÖNORM EN 16001 die Anforderungen an Energie-Managementsysteme definiert.

Generelles Ziel war es, Organisationen und Unternehmen beim Aufbau von Systemen und Prozessen zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz zu unterstützen. Am 1. Dezember 2011  wurde nun die ÖNORM EN ISO 50001 publiziert. Diese Internationale Norm verstärkt die Verantwortung der Unternehmensleitung. In der vorher geltenden ÖNORM EN 16001 war klargestellt, dass der Erfolg des Systems von der Verpflichtung aller Ebenen und Funktionen einer Organisation abhängt. Nun muss das Top-Management ein eigenes Energiemanagement-Team einsetzen. Die Mitglieder dieses Teams wiederum bestimmen im Unternehmen jene Personen, die die eingeleiteten Aktivitäten unterstützen.

Wärmezähler
Credit: ASI prm

Der Inhalt der ÖNORM EN ISO 50001:2011 wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 242 „Energy management“ der Internationalen Organisation für Normung ISO erarbeitet und als EN ISO 50001:2011 durch das Technische Komitee CEN/CLC/JWG 3 „Energiemanagement und dazugehörige Dienstleistungen - Allgemeine Anforderungen und Verfahren zur Qualifikation“ übernommen. Als Europäische Norm muss sie den Status einer nationalen Norm erhalten; gleichzeitig ersetzt sie ab 1. Dezember 2011 die ÖNORM EN 16001:2009.

Die weltweite Anwendung dieser Internationalen Norm soll zu einer effizienteren Nutzung der verfügbaren Energiequellen, zu einer besseren Wettbewerbsfähigkeit sowie zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und anderer damit zusammenhängender Umweltauswirkungen beitragen. ÖNORM EN ISO 50001 ist unabhängig von der genutzten Energieart anwendbar, und sie kann für eine Zertifizierung, Registrierung und Selbsterklärung eines Energie-Managementsystems (EnMS) einer Organisation herangezogen werden.
 
Die Kompatibilität mit vorhandenen Umwelt-Managementsystemen, wie EMAS oder ISO 14001, ist gegeben, die Anforderungen der Norm können darüber hinaus auch an andere Systeme, wie z. B. Qualitäts-, Arbeitsschutz-, Finanz- oder Risikomanagement, angepasst oder in diese integriert werden.

Ein Energie-Management-System berücksichtigt gesetzliche Anforderungen, die eine Organisation bzw. ein Unternehmen erfüllen muss, sowie darüber hinausgehende Verpflichtungen, die sich eine Organisation im Rahmen ihrer Energiepolitik selbst auferlegt hat. Damit ist das Unternehmen in der Lage, die einmal erreichte Energieeffizienz mit Hilfe eines systematischen Ansatzes kontinuierlich zu verbessern. Die dafür gewählte Methodik ist der in anderen Managementsystem-Normen, wie ISO 9001, bewährte PDCA-Zyklus (Plan - Do - Check - Act).
 
Die ÖNORM EN ISO 50001 bietet also eine ausgezeichnete Grundlage zur Optimierung des Energieeinsatzes in Unternehmen und erzeugt eine klare Win-Win-Situation für Unternehmen so wie für die Umwelt.


Bibliographie

ÖNORM EN ISO 50001 Energiemanagementsysteme - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung (Ersatz für ÖNORM EN 16001)
ÖNORM EN ISO 14001
Umweltmanagementsysteme - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung (ISO 14001:2004 + Cor.1:2009) (konsolidierte Fassung)
ÖNORM EN ISO 9001
Qualitätsmanagementsysteme - Anforderungen (ISO 9001:2008 + Cor.1:2009) (konsolidierte Fassung)