Weltnormentag 2009
Den Klimawandel mit Normen in den Griff bekommen – Tackling climate change through standards.
Unter diesem Motto steht der Weltnormentag 2009. Er wird traditionell am 14. Oktober eines jeden Jahres begangen und beleuchtet heuer ganz besonders den Beitrag, den freiwillig anzuwendende Internationale Normen zur Erreichung von Klimaschutzzielen und im gesamten Bereich Umweltschutz leisten.
In der Botschaft zum Weltnormentag 2009 schreiben die Präsidenten von ISO und IEC, Dr. Alan Morrison und Jacques Régis, sowie ITU-Generalsekretär Dr. Hamadoun Touré unter anderem:
Die Welt steht vor einer fundamentalen Herausforderung: Bedingt durch zunehmende Treibhausgasemissionen steigt die Durchschnittstemperatur der Erdatmosphäre an. Als Folge davon wird ein drastischer Klimawandel erwartet, und Wissenschafter auf der ganzen Welt prognostizieren, dass der Planet dadurch entwicklungspolitisch, wirtschaftlich, sozial und ökologisch einer enormen Belastung ausgesetzt werden wird.
Führende Klimaexperten empfehlen eine Reihe von praktischen Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels. Zu diesen Lösungsansätzen gehören die Normen der drei weltweit führenden Internationalen Normungsorganisationen ISO (International Organization for Standardization), der IEC (International Electrotechnical Commission) und der ITU (International Telecommunication Union).
Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) verwies in seinem 2007 veröffentlichten wegweisenden Bericht darauf, dass diese Normen einerseits als Mittel zur sofortigen Abmilderung des Klimawandels dienen können und andererseits über das Potenzial verfügen, künftig im Zuge der Entwicklung und Verfeinerung neuer Technologien zu einer Reduktion der Folgen des Klimawandels beizutragen.
Die drei Weltorganisationen koordinieren ihre Arbeit untereinander, um zu gewährleisten, dass der Staat, die Wirtschaft und die Gesellschaft über die nötigen Instrumente verfügen, um mittels einer Steigerung der Energieeffizienz den weltweiten Klimawandel zu bekämpfen und die Reduktion der Treibhausgasemissionen zu fördern und dadurch eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.
Die von ISO, IEC und ITU entwickelten Normen erstrecken sich über sämtliche im IPCC-Bericht angesprochenen Wirtschaftszweige, wie Energieversorgung, Verkehr, Bau, Industrie, Abfallwirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft, in denen im Hinblick auf die Reduzierung des Klimawandels Technologien, Grundsätze, Maßnahmen, Sachzwänge und Chancen bestehen.
Die ISO, IEC und ITU sind für ein Normungssystem verantwortlich, das die folgenden Aspekte des Kampfs gegen den Klimawandel abdeckt:
- Überwachung und Messung der Treibhausgasemissionen,
- Ermittlung der CO2-Bilanz von Netzwerken und Produkten,
- Konzeption und Umsetzung energieeffizienter Häuser und Arbeitsplätze,
- Benchmarking unter erprobten Verfahren einschließlich von Öko- und Energieeffizienz-Labels,
- Förderung erprobter Verfahren auf den Gebieten Umweltmanagement, ökologische Konzeption und Energiewirtschaft,
- Verbreitung innovativer Technologien, um Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren,
- Unterstützung der Einführung neuer energieeffizienter Technologien und Dienstleistungen.
Für die Politik, die Wirtschaft und die Verbraucher sind Internationale Normen ein Instrument zur gemeinsamen Bewältigung des Klimawandels. Die drei Normungsorganisationen bieten auch ein umfassendes System, innerhalb dessen die Staaten und die Privatwirtschaft Einfluss auf die im Kampf gegen den Klimawandel in den kommenden Jahren zu setzenden Prioritäten nehmen können.
Durch dieses System ermöglichen sie praktische Lösungen, die in jedes auf das Kyoto-Protokoll folgende zwischenstaatliche Abkommen einfließen können.
Für die Industrie und die Regierungen dieser Welt sind die Normen von ISO, IEC und ITU die optimale Vorgabe, an der sich jede Grundsatzentscheidung und jedes künftige Klimaabkommen messen lassen muss. In Zusammenarbeit mit anderen internationalen Institutionen sorgen sie dafür, dass sich die Teilnehmer der kommenden UN-Klimakonferenz (7. bis 18. Dezember 2009 in Kopenhagen) voll bewusst werden, welchen Beitrag bestehende und zukünftige internationale Normen leisten können.

