„Normen sind das Gateway zum Weltmarkt“
Archivmeldung Austrian Standards
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Ende Oktober lud der Österreichische Gewerbeverein, ÖGV, zum Diskussionsabend mit Austrian Standards' Vizedirektorin DDr. Elisabeth Stampfl-Blaha. Die Managerin verdeutlichte die strategische Bedeutung der Normung für Wirtschaft und Unternehmen.
Wien (AS prm, 2011-11-24)
Mit 183 Komitees und rund 6.000 Experten und Expertinnen, die pro Jahr rund 2.000 neue Normen und Standards entwickeln beziehungsweise den Marktbedürfnissen anpassen, verfügt Österreich über die höchste Expertenrate im europäischen Vergleich.
Aufgrund der intensiven Normungsarbeit – österreichische Fachleute arbeiten in mehr als 80 Prozent der europäischen und internationalen Technischen Komitees bei CEN und ISO mit – ist Österreichs Einfluss auf den europäischen Markt deutlich spürbar. „Für Österreichs Wirtschaft sind wir das Gateway zum Weltmarkt“, so DDr. Elisabeth Stampfl-Blaha, Vizedirektorin von Austrian Standards, „denn Unternehmen können durch die aktive Mitwirkung an der Normungsarbeit die eigenen Rahmenbedingungen am Markt entscheidend mitprägen.“
Das ehemalige „Normungsinstitut“, das 125 Mitarbeiter beschäftigt und pro Jahr rund 14 Millionen Euro, zum überwiegenden Teil durch den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen, erwirtschaftet, definiert sich als „Kompetenzzentrum für Normen und Standards“ und bietet eine optimale Infrastruktur für Normungsinteressierte. „Am Normungsgeschehen sind Verantwortliche aus Unternehmen, Verwaltung und Wissenschaft sowie Verbraucher beteiligt, die gemeinsam mit unseren Komitee-Managern allgemein gültige ‚Spielregeln für den Markt’ entwickeln“, so Elisabeth Stampfl-Blaha.
Das Tochterunternehmen Austrian Standards plus ist für Schulungen, Zertifizierungen, Publikationen sowie für den Verkauf von Normen zuständig. Speziell für KMUs wurde „MeinNormenPaket“ entwickelt, eine Branchenlösung, die schnellen und kostengünstigen Zugang zu Normen ermöglicht. „Interessensvertretungen können hier in Kooperation mit Austrian Standards ihren Mitgliedern einen wertvollen Mehrwert bieten“, so Stampfl-Blaha. Für Europa nahezu einzigartig ist das Normen-Entwurf-Portal, das interessierten Personen ermöglicht, ihre Stellungnahme zu Normen-Entwürfen abzugeben.
Normen und Standards sind per se kein Gesetz, sondern qualifizierte Empfehlungen, die Wirtschaft und Konsumenten zusätzliche Sicherheit bieten. Austrian Standards ist demzufolge auch keine staatliche Stelle, sondern versteht sich als Dienstleister und Partner der Wirtschaft. „Wir tragen durch qualifiziertes Verfahrens- und Informationsmanagement dazu bei, dass Normen für den österreichischen, europäischen und internationalen Markt – im Interesse unserer Wirtschaft – entwickelt werden können“, so Stampfl-Blaha.
„Wer die Norm hat, hat den Markt“, fasst die Managerin die Realität zusammen. „Schon heute sprechen wir von einem zivilisierten ‚Normenkrieg‘ mit den USA, und den strategischen Mehrwert der Normungsarbeit erkennen immer mehr Länder. China ist beispielsweise innerhalb weniger Jahre von Platz 6 auf Platz 3 bei der Leitung der insgesamt 160 internationalen Komitees der ISO vorgerückt. Es liegt daher in unserem eigenen Interesse, das Normungsgeschehen nicht anderen zu überlassen“, so Stampfl-Blaha, die ab 2012 als erste Österreicherin im Präsidium der weltweiten Normungsorganisation ISO vertreten sein wird.
Dass Österreich bestens gerüstet ist, zeigen marktorientierte Normen „made in Austria“, etwa für Tauchschulen, Callcenter und Übersetzungsbüros, die heute europäische bzw. weltweite Gültigkeit haben. „Auch in Zukunft haben wir große Chancen, den Markt für unsere Wirtschaft optimal aufzubereiten“, so die neugewählte ISO-Vizepräsidentin. Österreich ist für seine Innovationskraft bekannt, daher sind heimische Unternehmen gefordert, auch die Normen der Zukunft, die neben technischen Bereichen auch immer mehr gesellschaftspolitische Themen, etwa Klimawandel oder Ageing Society, betreffen, aktiv mitzugestalten.
