Normen zu Umwelttechnik
Der Umwelt zuliebe
Abfall vermeiden. Wasser schützen. – Das sind zwei Kernthemen der Umweltnormung. Österreichs Experten können jedoch in dieser relativ jungen Disziplin wesentlich mehr vorweisen: immer wieder neue Themen, bevor andere Länder sie entdecken.
Schon vor den ersten Umweltgesetzen haben österreichische Normungsexperten das Thema entdeckt. 1975 entstanden die ersten Abfallnormen, die Untersuchungsmethoden konkretisierten und Standards setzten.
Mittlerweile ist Umweltschutz ein europäisches Thema, das aus Österreich immer wieder Denkanstöße und Impulse erhält. Heute noch kommt die Hälfte der österreichischen Normen dieses Bereichs aus dem Land und nicht aus Europa. Europa übernimmt oft morgen, was Österreich heute angeht.
Gesund leben
1 000 Normen für Umwelttechnik bietet das Österreichische Normungsinstitut bereits an. Ihre Inhalte – egal ob Abfall, Wasser, Boden, Luft, Strahlenschutz oder gar Akustik – arbeiten eng mit der Gesetzgebung zusammen.
Als Grundlage für nationale Gesetze und auch Landesgesetze definieren sie Grenzwerte und regeln ihre Überprüfung. Als Rahmen für Bauherren stellen sie Anforderungen an Müllverbrennungsanlagen. Die Antwort auf die Frage "Was ist der Gesundheit und Umwelt zuträglich" kann in Normen gefunden werden.
Werte für die Umwelt (Auswahl):
ÖNORM EN 13725: Luftbeschaffenheit – Geruchsstoffkonzentration
ÖNORM EN ISO 17624: Akustik – ein Leitfaden
ÖNORM M 9470: Emissionskataster luftverunreinigender Stoffe
ÖNORM M 6110: Untersuchung und Bewertung von Fließgewässern
Abfall
Zentrales Thema für die Umwelt ist der Abfall. Wenn die Strategie "Vermeiden statt Produzieren" nicht aufgeht, dann heißt es "Sauber Trennen und wo geht Recyceln".
Das österreichische Abfallwirtschaftsgesetz, das Wasserrecht und das Luftreinehaltegesetz setzen auf Standards, die in den Normen ausgearbeitet sind. Die Probennahme bei Abfällen wird derzeit noch intensiv diskutiert.
Abfall (Auswahl):
ÖNORM S 2100: Abfallkatalog
ÖNORM S 2070 – S 2083: Deponiebau
ÖNORM S 2088: Altlasten - Wasser, Boden und Luft
ÖNORM S 2201: Kompostierbare Abfälle - Qualitätsanforderungen
Umweltmanagement
Der Bereich "Umwelt" muss gemanagt werden, wie vieles andere heute. Nach der Managementnorm ISO 9000 wurden für das Umweltmanagement eigene Normen erarbeitet. Risikomanagement gehört in diesem Fall natürlich auch dazu. Das Normungsinstitut bietet regelmäßig Seminare zur Ausbildung von Risikomanagern.
Umweltmanagement:
ONR 49000: Risikomanagement
ÖNORM EN ISO 14001: Umweltmanagementsysteme – mit Anleitung
ÖNORM ISO 14063: Umweltmanagement – Umweltkommunikation
Akustik und Schwingungen
Junge Bereiche für die Normung sind Lärm und Schwingungen. Die Europäische Normung arbeitet erst an Standards. Österreich hat sie für sich schon gesetzt.
Akustik und Schwingungen:
ÖNORM S 9012: Schwingungen von Verkehr für Gebäude
ÖNORM S 5004: Messung von Schallemissionen
Pionierarbeiten
Da Umwelt ein umfassender Begriff ist, wird er von Jahr zu Jahr um neue Themen erweitert, die hierzulande bereits angegangen wurden. Etwa arbeitet Europa an der Bodenrahmenrichtlinie, für die Österreich bereits sehr viele Erfahrungen einbringen kann.
Wie Bäume und Grünflächen bei Großevents, wie Konzerten oder Fußballspielen, geschützt werden können, gehört genauso zum Umweltbereich, wie die leidige Frage: Wie vernichte ich sicher Akten oder meine Daten am Computer.
Pioniernormen (Auswahl):
ÖNORM L 1050: Boden – Begriffe und Untersuchungsverfahren
ÖNORM L 1124: Schutz von Gehölzen bei Veranstaltungen
ONR 192102: Nachhaltigkeitssiegel für Elektrogeräte
ÖNORM S 2109: Akten- und Datenvernichtung – Datenträger
Umwelt wird groß geschrieben in Österreich. Experten leisten zum Schutz unserer Lebenswelt beständig gute Arbeit. Damit das Leben lebenswert bleibt.





