Normen zu Nahrungsmitteln & Getränken

Gesundheit wird immer größer geschrieben

Im Lebensmittelbereich gelten in Österreich europäische und internationale Standards.

Die österreichische Normung arbeitet u.a. für den Konsumenten, dem Gesundheit und Sicherheit garantiert werden sollen. Pro Jahr erscheinen rund 30 neue Regelwerke.

Milchpackung
Credit: ASI prm

Qualität in Österreich

Österreichische Lebensmittel und Säfte stehen im internationalen Vergleich für hohe Qualität. Seit Jahrzehnten entwickeln Experten im Österreichischen Normungsinstitut Instrumente, um diese Qualität zu sichern.

Speziell für Milch, Fleisch und Getreide existiert seit langem eine Reihe an Untersuchungsmethoden. Aber auch an Ölsaaten, Gewürze und Fruchtsäfte werden hohe Ansprüche gestellt.

Qualität sichern (aktuelle Auswahl 2008):

ÖNORM EN ISO 24333 Probennahme von Getreide und Getreideerzeugnissen
ÖNORM EN 15633-1 Nachweis von Lebensmittelallergien mit immunologischen Verfahren
ÖNORM EN 15652 Lebensmittel – Bestimmung von Niacin mit HPLC

Leitungswasser
Credit: ASI prm

Österreichische Hygieneansprüche

Besonders hohe Ansprüche stellen Konsumenten und Hersteller an die Hygiene. Nationale Normen, die in keinem anderen Land gültig sind, sichern vom Grundlebensmittel bis zum Kauf im Supermarktregal die hohe Qualität.

Beispiele:

ÖNORM N 1000-1 Hygieneschulung - Begriffe
ÖNORM N 1000-2 Hygieneschulung - Durchführung
ÖNORM N 1001 Reinigung und Desinfektion
ÖNORM N 1500 (5 Teile): Laboratorien für mikrobiologische Untersuchungen

Maiskolben
Credit: pixelio.de / Claudia Huldi

Kennzeichnungspflicht für Gentechnik-Produkte

Durch die Weiterentwicklung der Biotechnologie kommen immer mehr gentechnisch veränderte Lebensmittel auf den Markt. In Österreich besteht Kennzeichnungspflicht für Gentechnik-Produkte. Experten arbeiten an Werkzeugen für den Nachweis gentechnischer Eingriffe.

Gentechnische Manipulationen nachweisen:

ISO 21568: Probennahme
ISO 21569: Auf Nukleinsäure basierende Verfahren - qualitativ
ISO 21570: Auf Nukleinsäure basierende Verfahren – quantitativ
ISO 21571: Nukleinsäureextraktion
ISO 21572: Proteinverfahren
ISO 24276: Anforderungen und Definitionen

Eier und Mehl
Credit: ASI prm

Integrierte Managementsysteme

Über die Organisation eines Unternehmens führt ein weiterer Weg zur Sicherung der Qualität. International anerkannte Managementsysteme wurden deshalb in die österreichische Normung integriert.

Management:

ÖNORM EN ISO 22000: Anforderungen an die Organisationen in der Lebensmittelkette
ÖNORM ISO/TS 22004: Lebensmittelsicherheitstechnik
ÖNORM EN ISO 22005: Rückverfolgbarkeit in der Futter- und Lebensmittelkette - Allgemeine Grundsätze und grundlegende Anforderungen

Reagenzgläser
Credit: ASI prm

Analysemethoden für neue Produkte

Mit dem wachsenden Markt für fettarme und pflanzliche Produkte erarbeiten Experten Normen, die diese Entwicklung überwachen. Dafür müssen neue Analyseverfahren entwickelt und Maßstäbe gesetzt werden.

Fettarme und pflanzliche Produkte (Auswahl):

ÖNORM EN 15054: Bestimmung von Chlormequat und Mepiquat im LC-MS-Verfahren
ÖNORM EN 15055: Bestimmung von Chlormequat und Mepiquat im LC-MS/MS-Verfahren
ÖNORM EN 12393 (3teilig): Multiverfahren zur Bestimmung von Pestizidrückständen

Kühlregal
Credit: ASI prm

Lebensmittelkodex

Mehr als 450 Dokumente umfasst das österreichische Normenwerk für Lebensmittel. Ziel ist es, die erarbeiteten Analyseverfahren in den Lebensmittelkodex zu integrieren.

Dieser Kodex – Codex Alimentarius Austriacus – ist kein österreichisches Gesetz, sondern ein laufend aktualisiertes Handbuch, das Begriffe und Kriterien für den österreichischen Lebensmittelhandel klärt. Der Lebensmittelkodex besitzt den Status eines Sachverständigengutachtens.