Normen zu Maschinen- & Anlagenbau
Der Mensch und die Maschine
Wenn Anlagen und Maschinen laufen, geht es der Wirtschaft gut. Ohne Menschen kommt weltweit noch keine Industrie aus - und wird es auch nie. Wie diese Anlagen sicher für Mensch und Umgebung bleiben, darüber macht man sich in der europäischen und internationalen Normung viele Gedanken.
Rund 600 Normen sind in Österreich für die Sicherheit bei Anlagen und Maschinen gültig. Diese Regelwerke sind gerade in Überarbeitung, da es auf gesamteuropäischer Ebene eine neue Grundlage gibt: die großzügig überarbeitete EU-Maschinenrichtlinie (2006/42 EG).
In der Europäischen Union im Juni 2006 in Kraft getreten, ist sie die Basis jeglicher Maschinennormen. Der österreichische Gesetzgeber hat sie mit der Maschinensicherheitsverordnung umgesetzt, bis 29. Dezember 2009 ist die Richtlinie voll zu übernehmen. Bis dahin werden alle Normen überarbeitet und - wo notwendig - angepasst.
Grundsatznormen
Auf Grundlage der Maschinenrichtlinie - egal, ob alt oder neu - geben Normen jedoch nicht Bauanleitungen, sondern gehen die Sache von der anderen Seite an. Wenn die Maschine oder Anlage bedient wird, geht es um die Sicherheit. Um Unfallrisiko zu vermeiden und Sachschaden gering zu halten, wurde eine Reihe von grundsätzlichen Normen entwickelt.
Grundsatznormen zu Sicherheit von Maschinen (Auswahl):
ÖNORM EN ISO 12100: Grundbegriffe, Allgemeines (zwei Teile)
ÖNORM EN ISO 13849: Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen
ÖNORM EN ISO 13857: Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefährdungsbereichen mit den oberen und unteren Gliedmaßen
ÖNORM EN ISO 14121: Risikobeurteilung
ÖNORM CR 954-100: Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen - Leitfaden
Unfallrisiko minimieren
An irgendeiner Stelle eines Produktionsprozesses kommt immer der Mensch mit den Anlagen und Maschinen in Berührung. Sein Unfallrisiko oder die Gefährdung seiner Gesundheit gilt es möglichst gering zu halten. Ebenso seine Schäden zu begrenzen, sowie die Sachschäden, die dabei entstehen können. Maschinen- und Anlagennormen sind deshalb auf den Menschen justiert.
Menschenbezogene Normen zu Sicherheit von Maschinen (Auswahl):
ÖNORM EN 349: Mindestabstände zur Vermeidung des Quetschens von Körperteilen
ÖNORM EN 547: Körpermaße des Menschen
ÖNORM EN 614: Ergonomische Gestaltungsgrundsätze
ÖNORM EN 999: Schutzeinrichtungen im Hinblick auf Annäherungsgeschwindigkeiten von Körperteilen
Landwirtschaftliche Maschinen
In Österreich ist die Agrarwirtschaft von großer Bedeutung. Traktoren und andere landwirtschaftliche Maschinen rollen über die Äcker. Internationale Vorgaben wie die Maschinenrichtlinie oder die Maschinensicherheitsverordnung sind selbstverständlich. Internationale Standards gelten auch in diesem Bereich.
Mit ein paar kleinen Ergänzungen: denn steile Berge und traditionelle Praktiken finden in der Normung ihren Platz.
Landwirtschaftliche Maschinen – Spezialfälle:
ÖNORM L 5233: Prüfung der Handbremse bei Einsätzen im Bergland
ÖNORM M 9619: Prüfung von Greiferanlagen
Neufassung der Maschinenrichtlinie
Die Neufassung der Maschinenrichtlinie wurde mit Juni 2006 veröffentlicht. Alle europäischen Länder - und so auch Österreich - haben nun eine Frist, bis zu der das Dokument umgesetzt wird. Stichtag ist der 29. Dezember 2009.
Bis dahin sind alle Normen zu Maschinensicherheit mit der Richtlinie abzugleichen. Als Hilfestellung für junge Anlagenbauer, Produzenten und Unternehmen bietet das österreichische Normungsinstitut zwei Dokumente, die eigentlich Bücher sind:
Maschinenrichtlinie alt - neu:
Maschinenrichtlinie neu in deutscher, englischer und französischer Sprache (ON-V 29)
Gegenüberstellung der neuen mit der alten Maschinenrichtlinie (ON-V 30)
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