Normen zu Agrar- & Forstwirtschaft
Aus der Kraft der Erde
Österreich besitzt eine enge Bindung zur Natur. Die Holzwirtschaft ist im Land nach dem Tourismus der zweitgrößte Wirtschaftszweig. Bodenqualität ist ein Wert, der hochgehalten wird. Für die internationale Normung kommen immer wieder Anregungen aus dem grünen Alpenland.
Boden ist eine nicht wiederbringliche Ressource des menschlichen Lebens. Die internationale Normung kümmert sich deswegen in ISO- Normen und CEN Normen um Bodenqualität, Düngemittel und Bodenverbesserung. Eine europäische Bodenrahmenrichtlinie ist in Diskussion, während Österreich bereits Maßstäbe für setzt.
Denn allein die Qualität von Nahrungsmitteln ist von der Bodenqualität abhängig. Die beliebten Bio-Nahrungsmittel sind eng gekoppelt an eine langfristig gleich bleibende Bodenqualität.
Untersuchungsmethoden
ÖNORMEN regeln hauptsächlich Untersuchungs-methoden für chemische Analysen.
Doch auch Sonderthemen, die international noch nicht beachtet sind, haben bereits einen Platz in der Normung. Wald, künstliche Vegetations-schichten und Gründachrichtlinien sind hierzulande bereits in Regelwerke aufgenommen.
Bodennormen speziell österreichisch:
ÖNORM L 1210: künstliche Vegetationsschichten
ONR 121131: Planung, Ausführung und Erhaltung von Gründächern
ÖNORM L 1059: Probennahme von Waldböden
Kompost
Ein ganz eigenes Arbeitsfeld ist der Kompost. In der bundesweiten Kompostverordnung wird die Qualität von biogenem Material festgelegt. Landesgesetze regeln die Ausbringung.
Die dazu verfassten Normen geben ein Werkzeug in die Hand das eingehende Material zu untersuchen, den Erfolg der Verarbeitung zu kontrollieren und das Endprodukt einzustufen.
Kompost in der Normung:
ÖNORM S 2122: Erden aus Abfällen (4teilig)
ÖNORM S 2206: Qualitätssicherungssysteme für Komposte (2teilig)
Landwirtschaftliche Maschinen
Jedoch nicht nur die Qualität der Erde ist für Agrarwirtschaft von Bedeutung. Traktoren und andere landwirtschaftliche Maschinen rollen über die Äcker.
Internationale Vorgaben wie die Maschinenrichtlinie oder die Maschinensicherheits-verordnung sind selbstverständlich. Internationale Standards gelten auch in diesem Bereich.
Mit ein paar kleinen Ergänzungen: denn steile Berge und traditionelle Praktiken finden in der Normung ihren Platz.
Landwirtschaftliche Maschinen – Spezialfälle:
ÖNORM L 5233: Prüfung der Handbremse bei Einsätzen im Bergland
ÖNORM M 9619: Prüfung von Greiferanlagen
Traditionswerkstoff Holz
Holz ist das Produkt, das in Österreich auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Holzverarbeitung, Holzqualität und gute Produkte liegen den Wirtschaftstreibenden und somit der Normung sehr am Herzen.
Österreich ist führend in der Normung von Holzwerkstoffen und hat als erstes europäisches Land Normen für Verbundwerkstoffe erarbeitet. Der Trend in der Vermessung des Schnittholzes geht weg von Sichtkontrollen und hin zu maschinellen Verfahren. Das österreichische Zugprüflastverfahren für Bauholz und Lamellen wird auf europäischer Ebene forciert werden.
Holznormung:
Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe
ÖNORM B 3030: ... - Begriffe
ÖNORM B 3031: ... - Materialeigenschaften und Prüfverfahren
ÖNORM B 3032: ... - Produkteigenschaften
ÖNORM L 1021: Vermessung von Rundholz
ÖNORM B 4125: Zug-Prüflastverfahren

- Credit: ASI PRM
Ausnahme: Bio-Produkte
Agrar- und Forstwirtschaft setzen in Österreich hohe Standards. Eine Grenze muss zu den Bio-Produkten der Landwirtschaft gezogen werden: Bio-Lebensmittel sind nicht Sache der Normung, sondern sind Gütesiegel von Verbänden, die sich auf Normenqualität verlassen können.
Mehr Information dazu auf www.biolebensmittel.at




