Legionellen keine Chance lassen
Archivmeldung Austrian Standards
Bitte beachten Sie, dass Normen, Inhalte oder Links möglicherweise nicht mehr aktuell sind. Im Zweifelsfall oder bei Fragen wenden Sie sich an die Pressestelle.
Die überarbeitete ÖNORM B 5019 regelt die Hygiene in Trinkwasser-Erwärmungsanlagen.
Wien (AS prm, 2011-05-06)
Mit den ersten Sonnentagen öffnen die heimischen Freibäder ihre Pforten. Alleine in Wien strömen dann – wie jeden Sommer – durchschnittlich 5 Millionen Menschen in die Freibäder der Stadt.
Rechnet man die Besucher der Hallenbäder dazu, so frequentieren jährlich rund 6,5 Millionen Badegäste Freizeitanlagen mit temperiertem Wasser.
Dafür, dass der Besuch im Bad keine unerwünschten Folgewirkungen hat, sorgt zum einen die Bäderhygieneverordnung, von der im Herbst 2011 eine neu strukturierte und überarbeitete Version herausgegeben wird.
Zum anderen trägt dafür die ÖNORM 5019 Sorge, die seit Kurzem in einer aktualisierten Version verfügbar ist. Diese regelt alle hygienerelevanten Aspekte von Planung, Ausführung, Betrieb, Überwachung und Sanierung von Trinkwasser-Erwärmungsanlagen (TWE-Anlagen).
Die ÖNORM behandelt alle für die Hygiene wichtigen Aspekte von zentralen Warmwasser-Versorgungsanlagen. Neben Badeeinrichtungen gelten die Ausführungen auch für Kranken- und Kuranstalten, Pflege- und Gemeinschaftseinrichtungen, Beherbergungsbetriebe, Wohnanlagen und öffentliche Gebäude.
Aufgabe der Norm ist es, Infektionen durch eine mikrobielle Belastung des erwärmten Trinkwassers – insbesondere mit Bakterien wie Legionellen und Pseudomonaden – zu verhindern.
Vorbeugung bei Planung und Ausführung
Vor der Planung und Projektphase von Trinkwasser-Erwärmungsanlagen ist eine umfassende Trinkwasseranalyse durchzuführen. Je nach Gefährdungspotential werden vier Risikogruppen für Infektionen durch Legionellen – von niedrigen (bei Verwaltungsgebäuden) bis hoch (bei Krankenanstalten mit immunsupprimierten Patienten) – unterschieden, darauf abgestimmt erfolgt die Festlegung der Maßnahmen.
Die verwendeten Werkstoffe müssen den gesetzlichen Bestimmungen und einschlägigen Normen und Regelwerken entsprechen und eine möglichst glatte Innenoberfläche aufweisen. Das verwendete Wasser muss der Trinkwasserverordnung entsprechen.
Sicherheit beim Betrieb
Neben der Erstuntersuchung vor der Inbetriebnahme sind in der Folge regelmäßige Untersuchungen auf Legionellen zu veranlassen. Die Anzahl der Probeentnahmen richtet sich nach der Größe des Gebäudes. Die Proben werden von einen Sachverständigen oder einer hinreichend qualifizierten Person durchgeführt.
Austrian Standards plus Trainings bietet dazu einen Schulung zum Thema Trinkwasserhygiene (Schulung Kat. A gem. VDI 6023 und ÖNORM B 5019) an. Des Weiteren sind Maßnahmen nach längeren Betriebsunterbrechungen von Trinkwasser-Erwärmungsanlagen beschrieben.
Sanierung bei Befalll
Werden Legionellen festgestellt, sind je nach Konzentration unterschiedliche Schritte – von der mittelfristigen bis zur sofortigen Sanierung – zu setzen
Bei Altanlagen sind eine Istzustandserhebung und eine Risikoanalyse durchzuführen. Darauf abgestimmt sind installationstechnische Maßnahmen wie der Einsatz dezentraler Warmwasserbereiter oder solche verfahrenstechnischer Art wie thermische, chemische oder UV-Desinfektion zu treffen.
Mit der ÖNORM B 5019 nimmt Österreich als erstes europäisches Land, das eine derartige Norm hat, eine Vorreiterrolle bei diesem wichtigen Thema ein.
Dipl.-Ing. Jörg Nachbaur, bei Austrian Standards Institute für Wasserqualität und Bäder zuständiger Komiteemanager: „Die ÖNORM B 5019 enthält Vorgaben für die richtige Planung und den Betrieb von Neuanlagen sowie Maßnahmen zur Sanierung von Anlagen, bei denen ein Infektionsfall nachgewiesen wurde. Anlagen, die nach dieser Norm und dem damit verbundenen Regelwerk der ÖNORM EN 806 (Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen) geplant und korrekt ausgeführt werden, verhindern nach menschlichem Ermessen das Auftreten einer erhöhten Konzentration an Legionellen und die daraus resultierenden gesundheitlichen Folgewirkungen.“
Damit wir auch in Zukunft ungetrübt unserem Badevergnügen nachgehen können.
Bibliographie
ÖNORM B 5019, Ausgabe: 2011 05 01 (ersetzt ÖNORM B 5019:2007): Hygienerelevante Planung, Ausführung, Betrieb, Überwachung und Sanierung von zentralen Trinkwasser-Erwärmungsanlagen
ÖNORM EN 806: Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen
Erhältlich bei Austrian Standards plus:
www.as-plus.at/shop oder sales(at)as-plus.at

