Von Lawinen & Hochwasser

Archivmeldung Austrian Standards
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Der Frühling bringt nicht nur Sonnenschein, es wächst auch die Gefahr von Lawinen und Überschwemmungen.
Bei Austrian Standards Institute werden Regelwerke für Schutzbauten gegen Naturgefahren entwickelt.

Wien (AS prm, 2010-03-24)

Der Frühling kommt. Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen. Und damit wächst die Gefahr von Lawinen und Überschwemmungen.

Die Schadensstatistiken der Versicherungen sprechen diesbezüglich eine deutliche Sprache: Naturkatastrophen – etwa Lawinenabgänge oder Überschwemmungen – nehmen zu. Auch als Folge des Klimawandels.

Lawinenschutz für Skipiste
Credit: ASI prm

Schutzbauten können hier helfen, Schäden für Menschen und Sachwerte zu vermeiden oder so weit wie möglich zu verringern bzw. zu verhindern, dass überhaupt ein Schadensereignis eintritt.

Wo immer es ums Bauen geht, waren und sind – heute mehr denn je – Normen und Regeln unverzichtbar. Sie legen den jeweils aktuellen Stand der Technik fest und definieren, was Standard ist. Was sich in anderen Bereichen erfolgreich bewährt hat, findet nun im Bereich „Schutz vor Naturgefahren“ Anwendung.

Bei Austrian Standards Institute wurde dazu das Komitee 256 eingerichtet, in dem die einschlägigen Normungsarbeiten gebündelt sind.

Die Experten des Komitees 256 entwickeln ON-Regeln – das sind normenähnliche Dokumente – für präventive, temporäre oder permanente technische Maßnahmen zum Schutz vor Naturgefahren, wie Überschwemmungen durch Wildbäche, Lawinen und Steinschlag.

Vielfältige Aufgaben

Die Aufgaben der Experten in diesem Komitee sind vielfältig. Neben Begriffsbestimmungen und Klassifizierungen geht es dabei um Planungsgrundsätze und -konzepte sowie um Beschreibung und Quantifizierung der statischen und dynamischen Einwirkungen aus Naturgefahren.

Weitere zentrale Themen sind Anforderungen und Prüfungen für Produkte, die in Schutzbauwerken Verwendung finden, Bemessungskonzepte und konstruktive Durchbildung sowie Regeln für Betrieb, Überwachung, Instandhaltung und Sanierung. Geplant sind auch Regelwerke für Leistungsverzeichnisse, bauliche Gefahren-, Risiko- und Sicherheitsplanung sowie Fragen des strukturellen und planerischen Gebäudeschutzes (Objektschutz).

Die Analyse und Dokumentation von Naturereignissen und der dabei verursachten Schäden an Konstruktionen und Bauwerken sowie Monitoring- und Frühwarnsysteme sollen schließlich dieses Arbeitsgebiet abrunden.

Know-how

Die interessierten Kreise, die an der Entwicklung dieser Regelwerke mitwirken, kommen u.a. vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (als wesentlicher Initiator dieses Komitees), von Dienststellen der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie Universitäten und Bezirkshauptmannschaften. Vertreten sind außerdem Betreiber von Schutzbauwerken, Tragwerksplaner und Ingenieure.

Fertig gestellt sind bereits drei ON-Regeln für Schutzbauwerke der Wildbachverbauung und für Lawinenschutzbauwerke.

Europäisches Thema?

Überlegt wird derzeit, das Thema „Schutz vor Naturgefahren“ mittelfristig auf europäischer Normungsebene einzubringen. Mit den bisher gemachten Erfahrungen und Ergebnissen könnte Österreich hier wichtiges Know-how einbringen und künftige europäische Arbeiten entscheidend prägen, sind die Experten des Komitees 256 überzeugt.


Bibliographie

ONR 24800 Schutzbauwerke der Wildbachverbauung - Begriffe und ihre Definitionen sowie Klassifizierung
ONR 24803
Schutzbauwerke der Wildbachverbauung - Betrieb, Überwachung und Instandhaltung
ONR 24807
Permanenter technischer Lawinenschutz - Überwachung und Instandhaltung