Der Sonne entgegen

Archivmeldung Austrian Standards
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Mit Sommer und Ferienzeit hat auch die Diskussion um den richtigen Sonnenschutz wieder Hochsaison. Um die bisher in Europa bestehenden Unterschiede in den Test-Parametern für Sonnenschutzmittel auszuräumen, schafft nun ÖNORM EN ISO 24444 europa- und weltweit einheitliche Vorgaben.

Wien (AS prm, 2011-08-01)

Reklamationen und Beschwerden gehören zum Geschäftsalltag, auch wenn das Ziel „null Fehler“ lautet. Entscheidend ist, wie ein Unternehmen damit umgeht, wie man die Chance nutzt, den Kunden – ober nun zu Recht oder zu Unrecht verärgert ist – wieder für sich gewinnen kann.

Sonnenschutz
Credit: ASI prm

Auswahl freiwilliger Testpersonen

Zur Sicherstellung vergleichbarer Ergebnisse ist die Auswahl der Testpersonen ausschlaggebend. Sie müssen den Hauttypen I, II oder III nach Fitzpatrick entsprechen oder eine bestimmte Hautfarbe (ITA-Wert) aufweisen und ungebräunt sein. Der Test sollte Personen unterschiedlicher Hauttypen umfassen. Empfohlen wird, dass neue Testteilnehmer vorab ärztlich auf Gesundheitszustand und Eignung geprüft werden. Ihre Hautfarbe muss über die gesamte Prüffläche einen gleichmäßigen Farbton aufweisen, auf der Prüffläche, ein in der Norm genau bezeichneter Teil des Rückens, darf kein Sonnenbrand vorhanden sein.

Eine Testreihe gilt dann als erfolgreich, wenn zwischen 10 und 20 gültige Ergebnisse vorliegen. Maximal fünf ungültige Einzelergebnisse sind erlaubt. Zur Verifizierung des Prüfverfahrens kommt ein selbst zusammengemischtes Standard-Sonnenschutzmittel zum Einsatz, beide Prüfungen müssen am selben Tag erfolgen.

Das Testverfahren

Das SSF-Prüfverfahren ist ein Laborverfahren, bei dem ein Sonnensimulator mit festgelegter und bekannter Leistung benutzt wird. Der UV-Sonnensimulator strahlt ein kontinuierliches Spektrum ohne Lücken oder extreme Emissionsspitzen im UV-Bereich aus. Seine Leistung muss stabil, gleichmäßig über den gesamten Querschnitt des Strahls verteilt und so gefiltert sein, dass eine Spektralverteilung erhalten wird, die die geforderten Grenzen einhält.

Auf dem Rücken jeder Testperson wird eine Hautfläche ohne Schutz und eine mit Sonnenschutzmittel bestrahlt. Zur Bestimmung des SSF werden mehrere kleine Bestrahlungsflächen auf der Haut abgestuften UV-Dosen ausgesetzt. Die bestrahlten Flächen überprüft ein geschulter Bewerter 16 bis 24 Stunden nach der UV-Bestrahlung visuell auf das Vorhandensein einer Rötung. Um die Unterschiede der Hautbeschaffenheit der Testpersonen zu definieren, wird jeweils ein individueller Sonnenschutzfaktor (SSFi) bestimmt.

Auftrag des Sonnenschutzes

Die Menge des aufgetragenen Sonnenschutzmittels und die Gleichmäßigkeit der Verteilung auf den Prüffeldern wirken sich deutlich auf die Aussagekraft des Prüfergebnisses aus. Die Menge des Prüf- und des Standardsonnenschutzmittels muss vor dem Verteilen exakt 2,00 (+0,05) mg/cm2 betragen.

In normativen Anhängen der ÖNORM werden die Auswahlkriterien für die Testteilnehmer, die Spezifikationen des Sonnensimulators sowie die Referenzrezepturen von Standard-Sonnenschutzmitteln angegeben. Damit ist künftig sichergestellt, dass der Sonnenschutzfaktor auch tatsächlich den angegebenen Werten entspricht.


Bibliographie

ÖNORM EN ISO 24444 Kosmetik – Untersuchungsverfahren für Sonnenschutzmittel – In-vivo-Bestimmung des Sonnenschutzfaktors (SSF)