Das Wetter und die Luftqualität
Archivmeldung Austrian Standards
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Wie die meteorologischen Erhebungen in Ergänzung von Immissionsmessungen durchzuführen sind, beschreibt die ÖNORM M 9490. Sie wurde jetzt vollständig überarbeitet und an den aktuellen Stand der Technik angepasst.
Wien (AS prm, 2010-03-25)
Zahlreiche Faktoren sind bei Messungen zur Überwachung der Luftqualität zu beachten. So unter anderem die Wetterverhältnisse, denn Sonnenschein, Regen oder Wind haben wesentlichen Einfluss. Das gilt es bei Immissionsmessungen zu berücksichtigen.
Um die gesammelten Daten richtig bewerten und die Ergebnisse korrekt interpretieren zu können, ist es daher notwendig, gleichzeitig die entsprechenden meteorologischen Daten zu erfassen und zu berücksichtigen.
Denn grundsätzlich müssen dabei die Ausbreitungsverhältnisse, die durch Wind und Turbulenz charakterisiert sind, bestimmt werden können. Zudem ist für einige Luftbeimengungen die Kenntnis von Strahlung, Sonnenscheindauer, Luftfeuchte und Niederschlag erforderlich.
Vergleichbare Messreihen
In Österreich sind verschiedene öffentliche und private Stellen im Bereich Luftreinhaltung tätig und führen dabei meteorologische Messungen durch. Um sicherzustellen, dass diese Messungen möglichst einheitlich abgewickelt werden und die verschiedenen Messreihen untereinander vergleichbar sind, gibt es die mehrteilige ÖNORM M 9490. Sie liegt seit kurzem in einer vollständig überarbeiteten und aktualisierten Fassung vor.
Dieses insgesamt sieben Teile umfassende Dokument unterstützt sowohl bei der Planung als auch bei der Durchführung meteorologischer Messungen. Die Hilfestellung, die diese Norm bietet, reicht dabei von der Auswahl des geeigneten Gerätetyps über die Anforderungen an den Aufstellungsort bis zur korrekten Sammlung, Aufbereitung und Auswertung der Daten.
Gesamtsituation besser erfassen
Die Grundlagen der Durchführung und Auswertung beschreibt Teil 1 der Norm (bisher Teile 1 und 2). Wichtiges Element dabei ist die Auswahl des Standorts der Messgeräte. Sie ist abhängig von den Zielen der Messungen und sollte – so erforderlich – unter Beiziehung eines Meteorologen erfolgen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und um die Gesamtsituation besser zu erfassen, empfiehlt die Norm, auf vorhandene Messstationen zurückzugreifen.
Entscheidend ist auch die Dauer: Um jahreszeitliche Einflüsse bestimmen zu können, müssen meteorologische Messungen für Fragen der Luftreinhaltung mindestens für die Dauer eines Jahres durchgeführt werden. Eine repräsentative Datenreihe kann jedoch nur aus kontinuierlichen Messungen über mehrere Jahre erhalten werden.
Grundlage für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse der meteorologischen Messungen sind nicht nur die Anforderungen an die Messsysteme, sondern auch die einheitliche Vorgangsweise bei der Datenauswertung.
Alle Rechen- und Speicherschritte müssen mit einer solchen (Mindest-)Genauigkeit erfolgen, dass es zu keinen relevanten Informationsverlusten kommt. Die von den Messsystemen übermittelten Statussignale sind mit den Halbstundenwerten abzuspeichern und für die Qualitätssicherung der Daten heranzuziehen.
Klare Anforderungen legt die Norm auch an den Datensatz fest. Folgende Angaben müssen dazu gemacht werden:
- Informationen über die Datenstruktur;
- Sonderkennungen zu den Grunddaten (z. B. Ausfallskennungen oder Kennungen für unvollständige Summenwerte);
- Angaben zur Methodik, die bei der Bildung der Grunddaten angewandt wurde;
- eindeutige Bezeichnung der Messstation (z. B. geographische Länge und Breite);
- Angaben zur Montage des Sensors (z. B. Höhe über Grund bzw. Höhe über Dach);
- Angaben zur Ventilation oder Beheizung des Sensors;
- spezielle Kennung des Datensatzes, wenn die Aufstellung des Sensors nicht der Standardaufstellung entspricht;
- Angaben zu den gemessenen Komponenten sowie
- eindeutige Zeitzuordnung jedes Einzelwerts mit Angabe der Zeitzone.
Bibliographie
ÖNORM M 9490 Meteorologische Messungen für Fragen der Luftreinhaltung;
Teil 1: Grundlagen zur Durchführung und Auswertung meteorologischer Messungen;
Teil 3: Messung des Niederschlags;
Teil 4: Messung der Lufttemperatur;
Teil 5: Messung der Luftfeuchte;
Teil 6: Messung des Windes (Windrichtung und Windgeschwindigkeit);
Teil 7: Strahlungsmessung und Messung der Sonnenscheindauer

