Neue Normen für Heizungsanlagen
Archivmeldung Austrian Standards
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Die soeben veröffentlichte ÖNORM H 5151-1 hilft bei der Planung von Heizungsanlagen nach der Europäischen Norm EN 12828. Um Korrosionsschäden zu vermeiden, wurde die ÖNORM H 5159 aktualisiert.
Wien (AS prm, 2010-12-22)
Für die effiziente und zuverlässige Funktion von Heizungsanlagen sind die richtige Planung und Auslegung entscheidend.
Die europaweit gültigen Grundlagen dafür liefert die bereits seit 2003 gültige ÖNORM EN 12828 „Heizungsanlagen in Gebäuden – Planung von Warmwasser-Heizungsanlagen“.
Sie regelt die Entwurfs- und Ausführungskriterien für zentrale Warmwasser-Heizungsanlagen mit einer maximalen Betriebstemperatur bis 105 °C und umfasst die Planung von Wärmeerzeugungsanlagen, Wärmeverteilungs- und Wärmeabgabesystemen sowie Regelanlagen.
Da sich Heizungsanlagen innerhalb Europas auf Grund des unterschiedlichen Klimas oder auch wegen bestehender nationaler Vorschriften unterscheiden, sind in der EN 12828 in einigen Fällen für einzelne Anforderungen Klassen angegeben, so dass nationale oder individuelle Gegebenheiten berücksichtigt werden können.
Um Planern und Ausführenden hier einen „Wegweiser“ bieten zu können, wurde nun bei Austrian Standards Institute im zuständigen Komitee 058 „Heizungsanlagen“ als Ergänzungsnorm zur EN 12828 die (nationale) ÖNORM H 5151 entwickelt.
Ihr Teil 1 „Planung von zentralen Warmwasser-Heizungsanlagen mit oder ohne Warmwasserbereitung; Teil 1: Gebäude mit einem spezifischen Transmissionsleitwert > 0,5 W/(K • m2)“ liegt seit 1. Dezember 2010 vor.
Dieses Dokument beinhaltet Vorgaben für die Planung von Wärmeabgabe-Systemen, für die Dimensionierung von Wärmeverteil-Systemen, für die Größenbestimmung von Wärmebereitstellungs-Systemen und den dazu gehörenden Heizungswasserspeichern, sowie Vorgaben für den Einsatz von Sicherheitseinrichtungen in geschlossenen und offenen Heizungsanlagen und die Dimensionierung von Warmwasserbereitern für Wohnungsobjekte und Gebäude mit wohnhausähnlicher Nutzung.
Um die praktische Anwendung dieser ÖNORM zu erleichtern, wurden in den Anhängen erforderliche Daten für die Auslegung von Heizungs- und Warmwasser-Bereitungsanlagen eingefügt, eine Checkliste über jene Informationen, die der Planer an das ausführende Unternehmen weitergeben sollte, ausgearbeitet, sowie Dimensionierungsbeispiele für die Auslegung von Heizungswasserspeichern, Sicherheitseinrichtungen und Warmwasserbereitern zusammengefasst.
Grundsätzlich ist die ÖNORM H 5151-1 immer in Verbindung mit der EN 12828 anzuwenden. Ein Teil 2 für Gebäude mit einem spezifischen Transmissionsleitwert ≤ 0,5 WK • m2 ist in Vorbereitung.
Schutz vor Korrosion und Steinbildung
Wichtiges Kriterium für eine gute Heizleistung ist der Wärmeträger. Hier geht es vor allem darum, Korrosion, Steinbildung und Ablagerungen innerhalb geschlossener Warmwasser-Heizungsanlagen zu vermeiden. Was bei Planung, Errichtung und Betrieb zu beachten ist, regelt der Teil 1 der ÖNORM H 5195.
Er liegt seit 1. Dezember 2010 in einer Neuausgabe vor. Die wesentlichen Änderungen gegenüber der bisher gültigen Version aus 2006: Die Grenzwerte für die Gesamthärte beziehen sich auf den Wasserinhalt und zusätzlich auf die Leistung der Heizungsanlage. Weiters wurden Hinweise für verzinkte Bauteile aufgenommen sowie die Entgasung des Wärmeträgers und die Kreislauffiltration berücksichtigt.
Diese Norm ist für neu zu errichtende, direkt mittels Heizkessel und indirekt mittels Umformer beheizte geschlossene Heizungsanlagen (gemäß ÖNORM EN 12828) anzuwenden. Soll die ÖNORM H 5191-1 für bereits bestehende Anlagen angewendet werden, so ist zu überprüfen, ob die Betriebsverhältnisse den in der Norm festgelegten Anforderungen entsprechen.
Bei Abweichungen ist zu klären, ob verfahrenstechnische und konstruktive Anpassungen durchzuführen sind. Hinweise dazu finden sich im Kapitel 9 „Maßnahmen an bestehenden Anlagen“.
Die bereits 2005 bzw. 2007 veröffentlichten Teile 2 und 3 der ÖNORM H 5191 – „Frostschutz in Heizungsanlagen und sonstigen Anlagen mit Wärmeträgern“ (Teil 2) und „Geschlossene Kaltwasser- und Kühlwassersysteme für Klimaanlagen und industrielle Anwendungen“ (Teil 3) sind unverändert gültig.
Bibliographie
ÖNORM H 5151-1 „Planung von zentralen Warmwasser-Heizungsanlagen mit oder ohne Warmwasserbereitung; Teil 1: Gebäude mit einem spezifischen Transmissionsleitwert > 0,5 W/(K • m2) – Ergänzungsnorm zu ÖNORM EN 12828“
ÖNORM EN 12828 „Heizungsanlagen in Gebäuden – Planung von Warmwasser-Heizungsanlagen“
ÖNORM H 5195-1 „Wärmeträger für haustechnische Anlagen;
Teil 1: Verhütung von Schäden durch Korrosion und Steinbildung in geschlossenen Warmwasser-Heizungsanlagen“
Teil 2: „Frostschutz in Heizungsanlagen und sonstigen Anlagen mit Wärmeträgern“
Teil 3: „Geschlossene Kaltwasser- und Kühlwassersysteme für Klimaanlagen und industrielle Anwendungen“

