Ein Schritt in Richtung Energieeffizienz am Bau

Archivmeldung Austrian Standards
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Neben Energieausweis, thermischer Sanierung, Wohnbauförderung oder Reduktion der C02-Emissionen ist der Begriff der Außenwand-Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) ein weiteres Schlagwort im Zusammenhang mit der Errichtung bzw. der Sanierung von Gebäuden.

Wien (AS prm, 2011-08-29)

„Eine politische Vorgabe, die via ,RICHTLINIE 2010/31/EU DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden‘ formuliert wurde, ist jene, dass alle EU-Mitgliedstaaten nationale Pläne erstellen müssen, die die Zahl der Niedrig- und Niedrigstenergiegebäude erhöht, und somit bewirkt, dass CO2-Emissionen und der Energieverbrauch von Gebäuden gesenkt wird. Ab 2020 sollen dann alle neuen Gebäude Niedrigstenergiegebäude sein“, so Dipl.-Ing. Stefan Wagmeister, zuständiger Komitee-Manager bei Austrian Standards Institute.

Diese Ziele sind einerseits durch den Einsatz moderner, hocheffizienter Haustechnik-Systeme, wie z. B. Wärmepumpen, Be- und Entlüftungsanlagen oder Solarthermie, andererseits durch die Verbesserung der Gebäudehüllenqualität durch hochdämmende Außenwandkonstruktionen zu erreichen.

Höhere Anforderungen an die thermische Qualität der Gebäudehüllen und den damit verbundenen steigenden Dämmstoffdicken bei WDVS machten eine Überarbeitung der Normen notwendig.

Die im September 2011 in aktualisierter Form neu erschienenen Normen ÖNORM B 6400 „Außenwand-Wärmedämm-Verbundsysteme  – Planung“ und ÖNORM B 6410 „Außenwand-Wärmedämm-Verbundsysteme – Verarbeitung“ bieten in der neuen Fassung eine schärfere Trennung zwischen Planungs- und Verarbeitungs-Anforderungen.

Wärmedämmung
Credit: ASI prm

Im Neubau und bei Sanierungen

Brandschutz, Schallschutz und Wärmeschutz, aber auch die Stoßfestigkeit sind wichtige, in der Norm geregelte Planungskriterien. Die Wahl des richtigen Systems richtet sich aber nicht zuletzt auch nach dem Untergrund – also dem Kern des Hauses.

Die ÖNORM gibt Aufschlüsse über die Anforderungen von neuwertigen und bestehenden Untergründen, die jeweils geforderten Befestigungen, weiters Angaben zu den fehleranfälligen An- bzw. Abschlüssen und Durchdringungen sowie Beschreibungen zu den einzelnen Systembestandteilen wie Kleber, Dämmstoff, Dübeln oder Unter- und Oberputz.

Neben der Bestimmung der Systemklassen auf Basis der Resttragfähigkeit von Dämmstoffen und der damit verbundenen notwendigen Dübelanzahl zur mechanischen Befestigung beinhaltet die Norm erstmalig auch informative Planungshinweise zur Aufdopplung bestehender Wärmedämm-Verbundsysteme mit Fassaden-Dämmplatten aus expandiertem Polystyrol (EPS) und Deckschicht.

Von der Planung zur Ausführung

Die ÖNORM B 6410 „Außenwand-Wärmedämm-Verbundsysteme – Verarbeitung“ gibt Informationen zu Materialien (Kleber, Dämmstoff, Putz, Bewehrung, Anstriche usw.) für die Herstellung der Systeme, Beschreibungen der Untergründe und deren stichprobenartig durchzuführende Prüfungen auf Tauglichkeit sowie den damit verbundenen Vorbereitungsmaßnahmen.

Ausführungshinweise bei der Herstellung, wie z. B. das Aufbringen des Dämmstoffes mittels Kleber oder Dübeln, das Verlegen der Dämmplatten und die Verarbeitung des Unterputzes und der Bewährung, aber auch die Möglichkeiten der Prüfung der WDVS vor Ort werden hier ausführlich erläutert.

Neu ist eine Regelung zur Standsicherheit durch skizzierte Dübelschemata für unterschiedliche Dämmplattenformate. Weiters gibt es detaillierte Angaben bei der Verarbeitung, vor allem bei An- und Abschlüssen von Einbauten und durchdringenden Bauteilen, die vom Wärmedämm-Verbundsystem zu entkoppeln sind, um thermische Bewegungen aufnehmen zu können.

Das Normenpaket ÖNORM 6400 und 6410 ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Energieeffizienz am Bau und garantiert Vergleichbarkeit und Qualitätssicherung bei der Planung und Ausführung von Außenwand-Wärmedämm-Verbundsystemen.


Bibliographie

ÖNORM B 6400 Außenwand-Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) – Planung
ÖNORM B 6410 Außenwand-Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) – Verarbeitung