Wohin Material und Energie fließen
Bei der Berechnung der Kosten von Materialflüssen und -verlusten unterstützt wirkungsvoll die neue ISO 14051.
Wien (AS prm, 2011-11-29)
Jede Art von Geschäftstätigkeit hat Auswirkungen auf die Umwelt. Zunehmend strengere gesetzliche Vorgaben auf der einen Seite und eine kritische Öffentlichkeit, die auf Umweltauswirkungen von Produkten und Unternehmen mehr denn je achtet, auf der anderen Seite haben dazu geführt, dass Unternehmen und Organisationen zunehmend ihre Umweltbilanz kritisch hinterfragen und versuchen, sie zu verbessern.
Es geht schlicht und einfach darum, die umweltrelevanten Auswirkungen in ihrer Gesamtheit zu erfassen und zu managen, um sie so kontinuierlich zu verbessern. Als inzwischen schon über viele Jahre bewährtes Instrument hat sich die Internationale Normenserie ISO 14000 zum Umweltmanagement erwiesen.
Sie bietet nicht nur mit der bekanntesten Norm, ISO 14001, ein weltweit anerkanntes Instrument für die Einrichtung und Aufrechterhaltung eines (zertifizierten) Umweltmanagementsystems, sondern auch zahlreiche Dokumente, die Leitfäden und Anleitungen für Teilaspekte zu diesem Thema bieten.
Jüngstes Mitglied in dieser Reihe ist die ÖNORM EN ISO 14051, die allgemeine Rahmenbedingungen für eine Materialflusskostenrechnung (MFKR) beschreibt. MFKR ist ein Managementinstrument, das dabei unterstützen kann, mögliche umweltbezogene und monetäre Auswirkungen des Material- und Energieverbrauchs besser zu verstehen und damit sowohl umweltbezogene als auch kostenbezogene Verbesserungspotenziale aufzuzeigen, die durch Änderungen der Material- und Energieverwendung erreicht werden können.
Mehr Transparenz
Die MFKR erhöht die Transparenz des Materialverbrauchs über die Entwicklung eines Materialflussmodells, das die Materialflüsse und -bestände innerhalb der Organisation in physikalischen Einheiten verfolgt und quantifiziert.
Dabei kann Energie in der MFKR entweder dem Material zugeordnet oder separat mengenmäßig erfasst werden. Kosten, die durch diese Materialflüsse entstehen und/oder mit ihnen verbunden sind, werden ebenso quantifiziert und zugeordnet.
Insbesondere fokussiert die MFKR auf den Vergleich zwischen den Produkten zurechenbaren Kosten und jenen Kosten, die auf Materialverlust zurückzuführen sind, wie Abfall, Emissionen, Abwasser usw. Daten zu Materialverlusten und die damit verbundenen Kosten sind oft nur schwer aus konventionellen Informationssystemen oder Abrechnungssystemen zu gewinnen.
Zusätzlich liefert die Bewertung von Umweltauswirkungen keine monetären Daten zu Materialverlusten. Dennoch können diese Daten, wenn sie erst einmal durch die MFKR verfügbar sind, genutzt werden, um Möglichkeiten aufzuzeigen, Materialverbrauch und/oder Materialverluste zu reduzieren, den effizienten Gebrauch von Material und Energie zu verbessern, um so unerwünschte Umweltauswirkungen zu vermindern und Kosten zu reduzieren.
Für alle Branchen
Eine Materialflusskostenrechnung nach ISO 14051 lässt sich in allen Branchen einsetzen, die Materialien und Energie verarbeiten (einschließlich Rohstoffgewinnung, Fertigung, Dienstleistung etc.). Sie ist ein zentrales Instrument der Umweltkostenrechnung und hilft bei der Entwicklung eines integrierten Ansatzes für eine effizientere Nutzung von Material und Energie.
Bibliographie
ÖNORM EN ISO 14051 Umweltmanagement – Materialflusskostenrechnung – Allgemeine Rahmenbedingungen

