Wie erkennt man, zu welchem Fachgebiet eine Norm gehört?
Solange die österreichische Normung im Wesentlichen noch national war - also ÖNORMEN ausschließlich in den nationalen Komitees erarbeitet wurden -, konnte die Zuordnung oder Zugehörigkeit der einzelnen Normen zu einem Fachgebiet einfach und transparent gestaltet werden.
Dazu bedient man sich der Norm-Nummer bestehend aus einem Buchstaben und einer vierstelligen Zahl. Beispielsweise handelt sich bei einer ÖNORM B um eine Norm aus dem Bauwesen, bei einer ÖNORM F um eine aus dem Brandschutzwesen und bei einer ÖNORM M“ um eine aus dem Maschinenbau. Zusätzlich ist bei nationalen ÖNORMEN die vierstellige Normzahl strukturiert: So ist beispielsweise eine ÖNORM S 21ff eine Norm aus dem Bereich Abfallwirtschaft.
In der Europäischen und Internationalen Normung ist die Norm-Nummer einer fortlaufende, mehrstellige Zahl. Sie wird im Regelfall in der Reihenfolge der Genehmigung von Normungsvorhaben vergeben. Das bedeutet, dass aus der Norm-Nummer allein keine Zuordnung zu einem Fachgebiet erkennbar ist. So behandelt die in das Österreichische Normenwerk übernommene Europäische Norm EN 12307 das Thema Biotechnik, während die - darauf folgende - ÖNORM EN 12308 sich mit Anlagen und Ausrüstung für Flüssigerdgas beschäftigt.
Als ein taugliches Zuordnungskriterium hat sich die Vergabe von ICS-Nummern (ICS = International Classification for Standards) erwiesen. Das Schema dient zur strukturierten und harmonisierten Informationsaufbereitung von Normen und normativen Dokumenten. Die ICS-Nummer besteht aus bis zu drei Ebenen mit einem jeweils tiefer gehenden Grad der Detaillierung.
Ein Beispiel für die 1. Ebene ist die Zahl 11 für den Fachbereich Medizintechnik. In der 2. Ebene findet man etwa 11.060 für Normen in der Zahnheilkunde und weiter gehend in der 3. Ebene konkret 11.060.20 für Normen zur Dentalausrüstung.
Auf jeder Titelseite einer Norm stehen eine oder mehrere ICS-Nummern. Ist man an Normen seines Fachgebiets interessiert, weiß aber nicht, wonach man genau suchen soll, so kommt man mit seiner ICS-Nummer weiter.
Um das nicht immer ganz einfache Suchen nach Norm-Nummern zu vereinfachen, bieten die nationalen Normungsorganisationen strukturierte Normen-Update-Services an. Das ist eine einfache, benutzerfreundliche und zugleich kostengünstige Lösung, um sicherzustellen, dass die Normenanwender die benötigten Dokumente zu einem bestimmten Fachgebiet immer auf dem aktuellen Stand haben.