Fesseln für Produktpiraten
Archivmeldung des Austrian Standards Institute
Bitte beachten Sie, dass Normen, Inhalte oder Links möglicherweise nicht mehr aktuell sind. Im Zweifelsfall oder bei Fragen wenden Sie sich an die Pressestelle.
Internationale Normen sollen den Kampf gegen gefälschte Produkte unterstützen.
Wien (AS prm, 2009-05-28)
Nach Schätzungen der OECD (Internationale Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) macht die Produktpiraterie heute fünf bis sieben Prozent des Welthandels aus – mit einem jährlichen Wert von 200 Milliarden US-Dollar.
Um die Echtheit von Produkten überprüfen zu können, wurden in den letzten Jahren Geräte zur Produktauthentifizierung entwickelt. Das Problem dabei: Weltweit gibt es inzwischen rund 300 Systeme und Geräte, die allerdings nicht kompatibel sind. Ein flächendeckender Einsatz etwa durch die Zollbehörden ist damit unmöglich.
Mit Hilfe der Internationalen Normung soll nun Abhilfe geschaffen werden. Dazu wurde auf Initiative Frankreichs bei ISO das Projektkomitee ISO/PC 246 „Anti-counterfeiting tools“ gegründet. Ein erstes Arbeitsdokument, über das Mitte Mai 2009 in Paris beraten wird, beschreibt Anforderungen an technische Geräte zur Authentifikation von Produkten. Käufer und Nutzer solcher Systeme sollen damit die Möglichkeit bekommen, diese auf ihre Eignung zu testen und schon vorab Lösungen zur Authentifizierung in ihre Produktentwicklungsprozesse zu integrieren. Geräteherstellern kann eine ISO-Norm Maßstäbe für die Effektivität der Geräte und Systeme liefern.
»Verbotenes Nachahmen«
Produktpiraterie wird definiert als „das verbotene Nachahmen und Vervielfältigen von Waren, für die die rechtmäßigen Hersteller Erfindungs-, Design- und Verfahrensrechte besitzen. Der Marken- und Produktpirat übernimmt unerlaubt das technische Wissen, das sich ein Unternehmen in langjähriger und mühevoller Arbeit und unter Einsatz enormer finanzieller Mittel erworben hat, um es für seine Produkte zu nutzen.“
Neben dem finanziellen Schaden für die Hersteller des Originals, stellen gefälschte Produkte auch ein Sicherheitsrisiko dar, wie z. B. bei Computern, Autoersatzteilen, Medikamenten oder Pestiziden.
Mitarbeit an einem Internationalen Norm-Projekt
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dipl.-Ing. Dr. Karl Grün
Director Development
Tel.: +43 1 213 00-714
Fax: +43 1 213 00-722
karl.gruen(at)as-institute.at

