Auch der Faschingskrapfen hat seine Normen

 

Wenn Sie in der lustigsten Zeit des Jahres gut gelaunt in einen flaumigen Faschingskrapfen beißen, dann haben Sie – würden Sie’s glauben? – gleich mehrere Dutzend Normen zwischen den Zähnen.

Kauen Sie gut und verdauen Sie gründlich. Am besten mit einem Stamperl Schnaps – mit dem Sie übrigens nur eine Norm (die des "neutralen Alkohols") hinunterschlucken.

Krapfen im Wandel der Zeit

Nicht nur normtechnisch, sondern auch was die Kalorien betrifft, ist der Krapfen eine Wucht. Denn figurfreundlich ist er mit rund 350 kcal pro Stück nicht gerade. Für ernährungsbewusste Leser: Mit 50 Minuten mäßig anstrengender, aber flotter Fahrradfahrt sind diese wieder vom Leib gestrampelt.

Krapfen
Credit: ASI prm

Früher allerdings, in Zeiten mit weniger Wohlstand, dachten die Menschen noch in eine ganz andere Richtung. Da wurden Krapfen gerne und oft gegessen, da sie nahrhaft und relativ billig waren. Kirchenmänner sollen den Genuss des süßen Gebäcks im Fasching ausdrücklich empfohlen haben, um für die anschließende Fastenzeit noch ein wenig Kraft zu tanken. Daher stammt also die Tradition, in der Faschingszeit Krapfen zu essen.

Obwohl später der Konsum der fettreichen Mehlspeise im Zeichen von gesteigertem Figurbewusstsein ein wenig zurückgegangen ist, werden laut einer Hochrechnung in Österreich noch immer 100 Millionen Krapfen pro Jahr verspeist – nicht nur im Fasching.

Ein echter Wiener Krapfen hat als Qualitätsmerkmal eine schöne runde Form, eine goldbraune Farbe und einen weißen Rand in der Mitte, und flaumig muss er sein. Die Füllung ist traditionell aus Marillenmarmelade, und das Einfüllloch muss locker geortet werden können – damit dann beim Essen nichts daneben geht. Vor dem Servieren wird der Krapfen noch ordentlich mit Staubzucker bestreut.