Künstlicher Lichtschutz
Unter dem Begriff "künstlicher Lichtschutz" werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die die Haut vor dem Einwirken ultravioletter Strahlung schützen.
Dies können Textilien oder Folien sein bzw. Sonnenmilch oder Sonnengläser mit verschieden starken Lichtschutzfiltern. Sie werden abhängig von ihrem Wirkmechanismus in zwei Klassen eingeteilt: in die chemischen Lichtschutzfilter (Absorber) und die physikalischen Lichtschutzfilter (Reflektoren).
Je nach Hauttyp dauert es unterschiedlich lange, bevor sich die Haut unter Sonneneinwirkung rötet. Im Mittel geht man von 20 Minuten bei ungebräunter Haut aus, Menschen mit blassem, sommersprossigem Teint sollten besser nur mit 10 Minuten rechnen.
Ein Lichtschutzfaktor gibt an, um wie viel länger man sich mit dem Sonnenschutz der Sonne aussetzen kann als dieser Zeitraum. Verwendet man also Sonnenschutzfaktor 8, sind das 8 x 20 Minuten.
Eincremen nicht vergessen
Die heutigen Sonnenschutzmittel müssen hohe Anforderungen erfüllen. Die wichtigsten sind
ein hoher Licht- und Breitbandschutz,
Schweiß- und Wasserfestigkeit,
gute Haftung auf der Haut,
Stabilität gegen Licht, Luft und Hitze sowie
gute Verträglichkeit.
Auf dem Markt gibt es zwei Arten von Sonnenschutzprodukten, die sich in ihrer Wirkungsweise unterscheiden:
Solche mit chemischem Filter dringen in die Haut ein, nehmen dort die energiereiche UV-Strahlung auf und wandeln sie in Wärme um. Je nachdem, welcher Wellenbereich umgewandelt wird, unterscheidet man UVA-, UVB- oder Breitbandfilter.
Produkte mit mineralischem Filter dringen nicht in die Haut ein, sondern reflektieren das Sonnenlicht an der Hautoberfläche. Als so genannte Deckpigmente eignen sich vor allem Zinkoxid oder Titandioxid.
Nachweis der Filterwirkung
Mit der ÖNORM S 1130 "Sonnenschutzmittel - Bestimmung des Lichtschutzfaktors im Labor" liegt ein genormtes Prüfverfahren für die Erythemwirkung der ultravioletten Strahlung auf der Haut vor.
Zur Bestimmung des Lichtschutzfaktors wird die Energiemenge, die erforderlich ist, um eine minimale Erythemreaktion auszulösen, zum einen für die ungeschützte Haut, zum anderen für die mit Sonnenschutzmittel behandelte Haut ermittelt. Die Prüfung erfolgt auf der Haut von gesunden Probanden, wobei in der Regel UV-Strahlung aus einer künstlichen Lichtquelle eingesetzt wird.
Für die Klassifizierung der Hauttypen der Probanden ist die Einteilung entweder nach Phototypen oder nach Hautfarbtypen vorzunehmen.
Bei den Phototypen wird auf Grundlage einer Sonnenexposition von 30 bis 40 Minuten nach einem Winter ohne Sonnenexposition zwischen Typ I ("immer schnell Sonnenbrand, jedoch keine Bräunung") bis Typ VI ("nie Sonnenbrand, tiefbraune Pigmentierung") unterschieden.
Auf Grundlage der Colorimetrie wird die Hautfarbe in ebenfalls sechs Kategorien - von "sehr hell" bis "schwarz" - eingeteilt.
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